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Weibliche Start-ups

Der kleine große Unterschied, wenn Frauen sich selbständig machen

Frauen gründen anders - über die kleinen großen Unterschiede bei Existenzgründungen schreibt Dagmar Schulz, die sich als Beraterin auf Existenzgründerinnen spezialisiert hat:

Anja Kleinschmidt hatte genug von Ihrer Stelle als Sachbearbeiterin im Bereich Personalentwicklung eines großen Versicherungskonzerns. Ihr Arbeitsbereich war eng definiert, das Betriebsklima (vorsichtig ausgedrückt) angespannt und insgesamt sah sie für sich keine weitere Entfaltungsmöglichkeit. Als dann auch noch rationalisiert werden sollte und das Unternehmen lukrative Ausstiegs-Angebote machte, setzte Frau Kleinschmidt sich sofort hin und machte konkrete Pläne. Sie beschloss, sich als Personal-Coach selbstständig zu machen.

Sie besprach die Angelegenheit mit ihrem Mann und einem Gründungsberater und setzte ihre Pläne konsequent um. Ihr Startkapital: Jahrelange Erfahrung in der Personal-Akquise, Stärken in der Kommunikation und Sensibilität im Umgang mit Menschen. Innerhalb von sechs Monaten hat sie bereits fünf Unternehmen als Mandanten akquiriert. Mit durchweg positiver Resonanz.

Anja Kleinschmidt ist kein Einzelfall. Die KfW registriert einen Trend zu „weiblichen“ Gründungen. Derzeit sind rd. 41% der Gründungen von Frauen initiiert. Dabei war früher die Selbstständigkeit eine zumeist männliche Domäne. Frauen betrieben - wenn überhaupt - ein Modegeschäft. Vorrangig war jedoch die Rollenverteilung über „Mann geht arbeiten – Frau kümmert sich um die Familie“ festgelegt.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Frauen stellen inzwischen 60% der Universitätsabsolventen, absolvieren in der Regel eine fundierte Ausbildung in allen Bereichen des Arbeitslebens und treten zu Recht mit entsprechendem Selbstbewusstsein auf. Dabei definieren Frauen auch ihre Lebensplanung neu. Den Spagat zwischen Familie, Partner, Haushalt und Beruf/Selbstständigkeit schaffen sie mit Kompromissen und vor allem starkem persönlichen Einsatz. Und Nachwuchs ist heutzutage für viele Frauen eben kein KO-Kriterium mehr bezüglich Selbstständigkeit oder Beruf.

Gründerinnen sind risikobewusst

Das Bewusstsein für dieses Spannungsverhältnis allerdings lässt Frauen insgesamt sehr risikobewusst agieren. Gründerinnen sind in der Regel offen für Beratung, wollen von den Erfahrungen anderer profitieren. Sie teilen Informationen und Erfahrungen mit Gleichgesinnten und können gemeinsam Errungenes auch mit anderen teilen.

Das führt jedoch oft zu neuen Erfahrungen bei Frauen. Wenn Frau selbstständig ist, muss sie oft erst einmal lernen, auch mal hart zu sein. Ein Team muss von Frau auch mal konsequent geführt werden. Die Mischung aus Zicke (für den Geschäftssinn), Diva (für Lässigkeit und Lebensfreude) und Kumpel (für die Teamfähigkeit) muss von Situation zu Situation immer wieder neu austariert werden. Und das muss eben gelernt werden.

Eine große Stärke von Gründerinnen ist, Krisen zu erkennen und als Problem anzunehmen. Wo manch anderer „Augen zu und durch“ denkt, kommuniziert Frau offen die Problemlage und sucht offensiv Unterstützung durch Gründungsberater, Steuerberater oder die Hausbank. Denn Frauen verfügen zumeist über Weitblick und schauen über den Tellerrand und die aktuelle Situation hinaus. Und wenn die Probleme auch unlösbar scheinen, es wird nicht gejammert sondern zugepackt.

(Dagmar Schulz)


 


 

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Susanne Schulz

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