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Fußball-WM: Der adidas-Ball ist zu rund

Bereits vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika stieß der adidas-Spielball „Jabulani“ vor allem bei Torhütern auf Kritik. Von s einer instabilen und unberechenbaren Flugbahn ist seitdem die Rede. Nun wurde der Ball in den ersten offiziellen WM-Spielen erprobt – und die Kritik nimmt zu. Nach den als irritierend und nervtötend kritisierten Vuvuzelas droht „Jabulani“ zum größten Ärgernis der Weltmeisterschaft zu werden.

Inwiefern die Flugbahn des Balls für die Sportler wirklich schwerer einzuschätzen ist, als die anderer Bälle, bleibt für Laien schwer nachvollziehbar. Inzwischen wird das adidas-Sportgerät jedoch tatsächlich auch für enttäuschend verlaufene Vorrundenspiele verantwortlich gemacht. Am „Klops“ von Robert Green beim blamablen 1:1 der englischen Nationalmannschaft gegen die USA soll der Ball nicht unschuldig gewesen sein. „Wir können unseren Torwart nicht kritisieren. Der Ball ist einfach tückisch“, meinte der englische Kapitän Steven Gerrard.

Und auch adidas-Ikone Lionel Messi mag seinen Ärger über den WM-Ball nicht mehr zurückhalten. „Der Ball ist schwer für die Torhüter und auch für uns. Wir können uns nicht daran gewöhnen“, so der argentinische Nationalspieler und Weltfußballer des Jahres 2009. Das große Problem am Ball aus Herzogenaurach scheint ironischerweise ausgerechnet seine zu runde Form zu sein. Ein klassischer Fußball besteht aus zwölf Fünfecken und 20 Sechsecken – das letzte Mal wurde ein solches Spielgerät allerdings im Jahr 2002 verwendet. „Jabulani“ dagegen setzt sich aus nur noch acht Plastikpanels zusammen – für adidas erleichtert das die Herstellung, aerodynamisch ist die so erzeugte nahezu perfekte Kugelform jedoch eine Katastrophe.

„Es ist wirklich bizarr. Er verändert plötzlich seine Flugbahn. Es ist, als ob er sich nicht treten lassen will. Es ist unglaublich – als ob jemand den Ball steuert. Du willst ihn kicken, und er bewegt sich zur Seite. Ich denke, das ist übernatürlich und sehr übel“, kommentierte der brasilianische Stürmer Luis Fabiano fassungslos das Flugverhalten des adidas-Balls. Die Herzogenauracher sind auf ihr Produkt weiterhin stolz. „Wir sind zufrieden mit dem Ball. Er hatte sicher nichts mit Englands Gegentor zu tun“, hieß es aus Franken in Richtung Weltfußball.

Aufmerksame Beobachter wissen, dass der Spielball auch bei vergangenen Weltmeisterschaften bereits ein Ärgernis für die Torhüter und nach und nach auch die Feldspieler darstellte. Gleichermaßen droht die Plastikkugel dabei natürlich zum Sündenbock für allerhand sportlichen Misserfolg zu werden. Natürlich hat adidas darauf aber schon eine passende Antwort: Der Ball kann nichts dafür – stattdessen soll der Austragungsort schuld sein. Johannesburg liegt etwa 1.700 Meter über dem Meeresspiegel und in der dünneren Luft, so haben Untersuchungen des Konzerns ergeben, fliegt der Ball bis zu fünf Prozent schneller als auf Meereshöhe – macht fünf Prozent weniger Reaktionszeit für die Spieler. Die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo da draußen.

(Redaktion)


 


 

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3 Kommentare

von Rick
15.06.10 22:17 Uhr
Bildfehler

Das Bild zeigt nicht den adidas Jabulani, mit denen 63 Spiele bis zu Halbfinale ausgetragen werden, sondern den Jo´bulani, der ausschließlich im Finale zum Einsatz kommt.

von business-on.de
16.06.10 09:16 Uhr

Das haben wir natürlich sofort ausgebessert. Der Ball, der jetzt angezeigt wird, ist der Ball, der im Spiel Deutschland gegen Serbien zum Einsatz kommen wird.

von Totgesagter!
08.07.10 00:25 Uhr
Taktischer FEHLER!

Unsere JUNGS kamen mir bis auf 2-3 Spieler wie kastriert vor!
Wer das eingeredet hat ist schuld!!? Zuviel Respekt! Fußball ist ein
Spiel von Kämpfern! Ein Respekt vor dem Gegner macht keine
guten Kämpfer! Lieber Herr Löw, ich hätte lieber alle Spieler der
Nationalelf zu ihren Instinkten belassen! An dem Tor war Khadira
schuld! Er hat sich nicht den Ball, sondern auf den Gegenspieler
konzentriert! Wenn Özil 2 mal (einer ganz eindeutig!) gefault wird,
kann er nichts dafür!? Verloren aufgrund der Kastration!???

 

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