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Gläubiger erhöhen Druck auf Schaeffler, Seehofer stellt Staatshilfen in Aussicht

Die Gläubigerbanken des Automobilzulieferers Schaeffler sind über die jüngsten Vorstöße des Unternehmens zur Abberufung von Continental-Chef Karl-Thomas Neumann offenbar nicht informiert gewesen. Nun erhöhen sie den Druck auf das Herzogenauracher Familienunternehmen. Zugleich stellte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Staatshilfen für den angeschlagenen Konzern in Aussicht.

„Wir sind völlig überrascht worden, das war nicht abgestimmt“, kommentierte eine Gläubigerbank von Schaeffler den Putschversuch im Conti- Aufsichtsrat . Die Bank habe im Vorfeld eher darauf gedrängt, eine Eskalation zwischen den Unternehmen zu vermeiden. „Den Rat hat Schaeffler ganz offensichtlich nicht befolgt. Man kann da nicht zugucken, das hat ein Nachspiel“, sagte ein Banken-Vertreter dem Handelsblatt.

Durch das nun entstandene Führungschaos und die anhaltenden Spekulationen über mögliche Nachfolger fürchten vor allem die Gläubigerbanken von Conti nun, dass weitere Verzögerungen entstehen könnten. Da sich ein neuer Vorstandsvorsitzender erst einarbeiten müsse, bestehe die Gefahr, dass sich die im Aufsichtsrat bereits bewilligte Kapitalerhöhung noch bis Ende des Jahres hinziehen könnte. Auch kritisieren die Finanzinstitute des Hannoveraner Automobilzulieferers die Ablösung Neumanns an der Konzernspitze. „Er hat es geschafft, binnen kurzer Zeit wieder Vertrauen zu den Kunden herzustellen. Die Schaefflers haben immer noch nicht begriffen, wie ein börsennotiertes Unternehmen funktioniert“, hieß es.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer stellte unterdessen Staatshilfen für Schaeffler in Aussicht. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hatte zuvor den anhaltenden Streit zwischen Schaeffler und Conti kritisiert. „Wenn man so arbeitet, muss man ganz leise sein, was staatliche Hilfen betrifft“, sagte Zeil gegenüber dem Münchner Merkur. Seehofer wies diese Äußerung nun zurück. „Der Zwischenruf meines Wirtschaftsministers Zeil war nicht gut. Auf Grundlage eines vernünftigen Konzepts bin ich jederzeit bereit, Hilfen zu organisieren“, sagte der Ministerpräsident.


(Redaktion)


 


 

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