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Heile Welt bei Siemens?

Der Technologiekonzern Siemens hat seine gestrige Hauptversammlung im Münchner Olympiaveranstaltung zu einer wahren Wohlfühlveranstaltung für alle Beteiligten gemacht. Das operative Ergebnis konnte gesteigert werden und die Anteilseigner stimmten dem Vergleich mit in die Schmiergeldaffäre verwickelten Ex-Managern zu. Dass Siemens-Chef Peter Löscher gleichzeitig weitere Stellenstreichungen andeutete, kann da schon mal von der Tischkante fallen …

Für die Siemens-Führungsetage muss der gestrige Dienstag wirklich traumhaft gewesen sein, denn die Aktionäre fraßen ihnen regelrecht aus der Hand. So stimmten die Anteilseigner sowohl dem Vergleich mit möglicherweise korrupten Ex-Managern als auch der von der Konzernspitze vorgeschlagenen Neuordnung der Art und Höhe von Managergehältern mit mehr als 99 Prozent der Stimmen zu.

Vorherige Bedenken von Teilen der Anteilseigner und der Arbeitgebervertreter – sie schienen in der Olympiahalle gestern wie weggeblasen. Es gab schließlich auch wahrlich Großes zu vermelden. So hat der Konzern derzeit die besten Chancen, einen Rekordauftrag in Höhe von sechs Milliarden Euro der Deutschen Bahn zu erhalten. Um neue Züge soll es dabei gehen. Siemens ließ verlauten, dass, sollte der Konzern den Auftrag tatsächlich erhalten, die Arbeitsplätze in der Bahntechnik-Sparte „langfristig gesichert“ seien.

Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hat den gestrigen Tag entgegen aller Erwartungen ebenfalls völlig unbeschadet überstanden. Er konnte den Aktionären gleich am Morgen eine Schadensersatzklage gegen zwei frühere Vorstandsmitglieder verkünden, die in die Korruptionsaffäre verwickelt gewesen sein sollen. Jubel bei den Aktionären – endlich greift mal jemand durch.

 „Durchgreifen“ will Siemens jetzt allerdings auch zum wiederholten Mal beim Personal. Bei der gestrigen Jubelveranstaltung ist zwar beinahe untergegangen, dass Löscher „punktuelle und strukturelle Maßnahmen“ ankündigte, aber natürlich kann sich jeder Kenner des Konzerns ausrechnen, wohin die Reise geht. Siemens erachtet es offenbar allerdings nicht für nötig, die Betriebsräte umgehend über das Vorhaben zu informieren. Erst morgen soll es soweit sein. Bis dahin ist vielleicht auch der Jubel wieder ein bisschen abgeklungen.

(Redaktion)


 


 

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