Gaskosten
Deutsche Gaskunden profitieren von der globalen Wirtschaftskrise
Berlin. Der Winter in Deutschland zieht in diesen Tagen weiter seine Kreise. Nach Tief „Daisy“ mit viel Schnee im Gepäck rollt nun Hoch „Bob“ mit klirrender Kälte heran. Im Gegensatz zum letzten Winter können die rund 18,5 Millionen deutschen Haushalte mit Gasbezug den aktuellen Wetterkapriolen aber eher entspannt entgegen blicken. Während sie vor Jahresfrist in den kältesten Monaten Rekordpreise für Gas zahlen mussten, fallen die aktuellen Gaskosten erheblich geringer aus. So ist das Preisniveau beim Gas für private Verbraucher nach aktuellen Berechnungen des unabhängigen Verbraucherportals www.toptarif.de rund 21 Prozent niedriger als vor 12 Monaten.
„Zumindest mit Blick auf die Gaspreise profitieren die deutschen Verbraucher von der Wirtschaftskrise und ihren längerfristigen Folgen“, macht Energieexperte Thorsten Bohg von www.toptarif.de deutlich. Mitte 2008 brach der Ölpreis in Folge der weltweiten Rezession und der rückgängigen Nachfrage nach Öl dramatisch ein. In seinem Gefolge fiel auch der Gaspreis in Deutschland, der mit halbjähriger Verzögerung an den Ölpreis gekoppelt ist, seit Jahresbeginn 2009 stetig. Selbst die Erholung des Ölpreises seit Frühsommer 2009 schlug in Europa auf Grund des anhaltend schwachen Dollars kaum zu Buche.
Fachleute warnen vor Preiserhöhungen ab Frühjahr
Für das Frühjahr prognostizieren viele Fachleute aber wieder ein erneutes Ansteigen der Gaspreise. Der Grund: Trotz aktuell günstiger Beschaffungskosten für Gas an den europäischen Spotmärkten sind viele Stadtwerke an langfristige Lieferverträge gebunden, die auf den Mechanismen der Ölpreisbindung beruhen. Dementsprechend erwartet Holger Krawinkel, Energieexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, einen Preisanstieg von bis zu 15 Prozent in den kommenden Monaten. „Die wichtigsten Indikatoren deuten perspektivisch auf ein steigendes Gaspreisniveau ab April hin“, erklärt Bohg. So liegen die Preise beim leichten Heizöl - dem Referenzwert für die Gaspreise privater Abnehmer – seit Mitte 2009 durchgängig rund 10 Prozent höher als in der ersten Jahreshälfte. Im Rahmen der klassischen 6/3/3-Regelung der Ölpreisbindung werden diese höheren Indexwerte ausschlaggebend für die Gaspreisgestaltung im nächsten Quartal sein.
Wechsel zu Anbietern mit Preisgarantien spart 171 Euro
„Für Verbraucher ist daher gerade jetzt der günstigste Zeitpunkt für den Wechsel in einen Gastarif mit langfristigen Preisgarantien“, rät Bohg. „Bei einem Anbieterwechsel ist der Umstellungsprozess in der Regel nach 6 bis 10 Wochen, also pünktlich vor den zu erwartenden Preiserhöhungen, abgewickelt. Preisgarantien von 12 Monaten oder mehr sichern zudem das jetzt günstige Preisniveau auch über den kommenden Winter hinaus.“ Auch mit Blick auf die zu erwartenden Kosten sind Tarife mit langfristigen Preisgarantien durchaus konkurrenzfähig. Im Gegensatz zu den meisten Stadtwerken beziehen viele unabhängige Wettbewerber ihr Gas zu den günstigen Konditionen der Spotmärkte. Dies wird auch in der Preisgestaltung deutlich.
(Redaktion)
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