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Innovationskraft

Deutschland steigert seine Innovationskraft

Deutschland, das Land der Dichter und Denker. Keine dahergelaufene Floskel, sondern ein Bonmot mit reichlich Substanz. Denn Deutschlands Innovationsfähigkeit hat sich in den vergangenen zwölf Monaten stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Deutsche Telekom Stiftung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) herausgegebene Studie.

Im internationalen Vergleich von 28 Industrienationen belegt das Land wie im Vorjahr Rang 6. Tendenz steigend, denn der Abstand zu den davor liegenden Ländern hat sich verringert. An der Spitze des Feldes liegen die Schweiz und Singapur. Die Studie, die seit 2005 jährlich herausgegeben wird, berücksichtigt in diesem Jahr erstmals auch ein innerdeutsches Ranking. Hier steht Baden-Württemberg – im internationalen Ranking Dritter - an erster Stelle vor Hamburg und Bayern.

„Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass unsere Wirtschaft die drittinnovativste weltweit ist“, erklärt Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. „Sie zeigen aber auch, dass staatliches Engagement noch mehr bewegen könnte. Deutschland fehlt im Unterschied zu vielen anderen OECD-Staaten eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag zeigt sich mutlos und bietet keine Perspektive für dieses zukunftsgerichtete Förderinstrument.“

Bildungsföderalismus ein großer Hemmschuh

Den Experten ist auch das deutsche Bildungssystem ein Dorn im Auge. Zwar konnte sich Deutschland durch erhöhte Bildungsausgaben von Rang 17 auf Rang 15 leicht verbessern. Aber sei dies nicht ausreichend, so das Urteil von Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. „Nach wie vor ist der Bildungsföderalismus ein großer Hemmschuh, wenn es darum geht, die Innovationsleistung zu steigern.“ Die jetzt von der neuen Koalition geplanten Regelungen sieht er wieder nur als Flickschusterei.

Als besondere Stützen der deutschen Innovationsbilanz bezeichnet die Studie die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft. Hier zahlt sich die High-Tech-Strategie der Bundesregierung aus. Auf der einen Seite begrüßen die Forscher die geplante Verstetigung der Strategie als Innovationsprogramm. Andererseits fordern sie mehr staatliche Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Innovationen an sowie eine stärkere Kooperation von Bund und Ländern in der Innovationspolitik.

Um eine Abwanderung von Talenten ins Ausland zu verhindern, müsse der Nachwuchs im Wissenschaftssystem besser gefördert werden. Unsichere Karriereoptionen sowie Hochschul-Strukturen, die kaum Freiräume bieten, sind Faktoren, die einer weiteren Verbesserung Deutschlands im Wege stehen.

(Christian Weis)


 


 

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