Sie sind hier: Startseite Mittelfranken Aktuell News
Weitere Artikel
Arcandor

Insolvenz spart Arcandor 150 Millionen Euro

Der Handels- und Tourismuskonzern Arcandor spart durch die Insolvenz nach ersten Berechnungen über 150 Millionen Euro. Das geht aus den Löhnen und Gehältern der knapp 50.000 Beschäftigten hervor, die zur Zeit von der Bundesagentur für Arbeit getragen werden. Die liquiden Mittel kommen nun vorallem der Warenhaustochter Karstadt zugute, wie es mit Quelle und Primondo weitergeht, ist indes immer noch unklar.

Ohne frisches Geld sähe auch bei Karstadt die Lage schnell düster aus. Durch das besondere deutsche Insolvenzrecht hat die angeschlagene Warenhausgruppe indes wertvolle Zeit erhalten, um doch noch den Turnaround zu schaffen und den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen zu verhindern. Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick hält indes immer noch an seinem ehrgeizigen Plan fest, den Konzern als Ganzes zu erhalten.

Dafür will der ehemalige Telekom-Manager die IT- und Einkaufssparten von Karstadt und Quelle zusammenlegen. Unklar sind hingegen immer noch die konkreten Restrukturierungspläne für die Fürther Versandtocher. Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte für Ende Juli erste Ergebnisse avisiert, nun wird erst Mitte August mit weiteren Einzelheiten gerechnet. Quelle hat nach eigenen Angaben unterdessen einen neuen Bestellrekord im Online-Bereich aufgestellt. So sollen an einem Freitag Ende Juli über 36.000 Käufe durchgeführt  und pro Tag mehr als 1,1 Millionen Besuche verzeichnet worden sein.

(Redaktion)


 


 

arcandor
insolvenz
news
quelle
eick
primondo
karstadt
verkauf
einsparungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "arcandor" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

14 Kommentare

von Dummy
03.08.09 10:30 Uhr
Halbwissen

Bei Arcandor scheint es Mode geworden zu sein, Halbwissen mit möglichst großer Geschwindigkeit rauszujagen.

Mit der Insolvenzbeantragung spart Arcandor keineswegs die hier genannten 150 Mill. Euro (es sind übrigens wohl eher 150 Mill. Euro pro Monat für drei Monate). Das Geld wird eben nicht von der Gesellschaft, sondern von der Arbeitsagentur gezahlt und erhöht die Verbindlichkeiten. Natürlich ist das erst einmal ein Casheffekt.

Es sind aber nicht 150 Mill. Euro pro Monat Casheffekt. Arcandor hatte auch Schulden, bei denen die Zinsen und Tilgung erst einmal ausgesetzt sind. Auch das ist ein Casheffekt. Und die zum Zeitpunkt der Stellung des Insolvenzantrages bestehenden Verbindlichkeiten müssen erst einmal nicht gezahlt werden.

Ich schätze die Casheffekte in den ersten drei Monaten auf mindestens 700 Mill. Euro. Dem steht entgegen, dass das Geschäft beider Quelle wegen des unsäglichen Hin und Hers um die Fortführung der Vorfinanzierung bei der Valovisbank (und des folgenden Massekredits) stark gelitten hat, was den Casheingang durch Umsatz drastisch verringert hat.

Mich wundert nur, dass diese Nachricht der 150 Mill. Euro als eine solche Sensation verkündet wird. Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter war bekannt, ebenso dass es Insolvenzgeld gibt. Da hätte man sich den Betrag auch schon vor Insovenzantrag errechnen können.

von Guerilla
03.08.09 10:38 Uhr
Sanierung auf der faulen Haut

Mehr als eine Sanierung auf der faulen Haut ist diese Insolvenz nicht. 10 Jahre Inkompetenz durch Operetten-Vorstände, eine dilletierende Mehrheits-Aktionörin, die von tuten und blasen keine Ahnung hat - ist das o.k.? Es geht aber auch ohne Kompetenz: Einfach die offenen Rechnungen seit März nicht mehr zahlen, die Gehälter bei der Bundesanstalt parken...und schon ist Geld in den Kassen. Pervers! Man denke einmal an die Lieferanten! Sollte der Konzern überleben, dann schlage ich die Anteil-Enteignung der Großaktionäre und die anteilsbezogene (...den offenen Forderungen entsprechend) Übertragung auf die Gläubiger vor. Nein...ich bin kein Kommunist, sondern Unternehmer und FDP-Mitglied.

von Dummy
03.08.09 11:10 Uhr
Insolvenzrecht

"Sanierung auf der faulen Haut" - na ja. Arcandor hat im letzten Jahr 750 Mill. Euro Verlust geschrieben. In diesem Jahr läuft es nicht besser. Mich ärgert, dass der eigentlich schon fertige Quartalsbericht (bis 31.3.09) nicht veröffentlicht wird. Die Aktionäre haben ein Recht darauf. Karstadt und Quelle brauchen ein Geschäftsmodell mit Wachstumschance. Ansonsten bringt ein Weiterwursteln nichts.

Übrigens hat das Unternehmen über die Casheffekte der ersten drei Monate nach Insolvenzeröffnung weitere Chancen zur Sanierung: Die überteuerten Mietverträge können vor Ablauf aufgelöst oder neu verhandelt, außerdem Mitarbeiter kostengünstig entlassen werden. Ich schätze den Einspareffekt auf weitere 100 - 150 Mill. Euro p. a.

Ich halte das deutsche Insolvenzrecht für ein gutes. Vielleicht liegt es daran, dass dort keineparteipolitischen Grabenkämpfe stattfanden wie beim Steuer- oder Erbrecht. Was wäre die Alternative? Ein abruptes Ende würde doch nur Werte sinnlos vernichten. So hat der Insolvenzverwalter drei Monate lang die Chance, die Überlebensfähigkeit zu prüfen. Man stelle sich einmal vor, die Mitarbeiter kämen nicht mehr zur Arbeit. War es Churchill, der sagte "Die Demokratie ist eine schlechte Staatsform, aber die beste, die ich kenne"? Es allen bei einer Insolvenz Recht zu machen, geht halt eben nicht.

Man braucht sich keine Angst wegen der Aktionäre zu machen. Dass die irgendwelche werthaltigen Anteile behalten, halteich für äußerst unwahrscheinlich. Wenn ich Aktien hätte, würde ich sie verkaufen. Bis der Handel eingestellt und die Aktien für wertloserklärt werden, gibt es eben noch ein paar Cent - Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

von mitarbeiter quelle
03.08.09 11:48 Uhr
Infos tröpfcheweise ..

möchte nicht wissen ,bei wie vielen Mitarbeitern der Quelle die Nerven blank liegen .Tröpfchenweise Infos,meist nur aus dem Internet,keiner weiß wie es im September aussieht.Man geht jeden Tag brav zur Arbeit ,weil man so blöd ist und hofft "Wird schon weiter gehn".Würde man uns sagen ,euer laden wird bald geschlossen,dann würden wohl viele das Handtuch schmeissen.Wir können uns noch nicht mal einen neuen Job suchen ,oder arbeitslos melden.Frust macht sich breit,aber MÄCHTIG !

von Dummy
03.08.09 13:55 Uhr
tröpfchenweise...

Dafür dass Sie zur Arbeit gehen, bekommen Sie ja auch (Insolvenz-) Geld. Und einen neuen Job könnenSie sich unabhängig von der Insolvenz auch suchen. Das dauert meiner Erfahrung nach ohnehin eine Weile, bis Sie einen gefunden haben. Und dann können Sie entscheiden, ob Sie bei Quelle mit all den Risiken weiter bleiben wollen oder lieber wechseln (mit neuen Chancen und Risiken).

Dass der Insolvenzverwalter jetzt zwei Wochen später mit seiner Information kommt, ist sicher nicht schön. Wem wäre geholfen, wenn der Insolvenzverwalter alle paar Tage etwas Neues erzählt? Erst heißt es, die Bestellungensind um die Hälfteeingebrochen. Zuletzt hieß es: Bestellungen im Internet auf Jahreshöchststand. Bevor der Verwalter einen Plan abgibt, muss erdoch mal wissen, wie hoch der zu erwartende Umsatz ist.

Ich sehe nicht, dass Sie untätig sein müssen. Mehr Informationen gibt es erst mal nicht. Und wenn Sie dann ein Angebot von einem anderen Arbeitgeber haben, können Sie immer noch entscheiden. Dass es sicherer wäre, bei einer systemrelevanten Bank oder Behörde zu arbeiten, ist klar.

von peterle0201
03.08.09 17:21 Uhr
Dummy hat Recht

Ich bin auch Quellianer, aber ich muss sagen, Dummy hat recht. Wenn mitarbeiter quelle so gefrustet ist, dann solle er sich doch bitte schon mal nach was anderem umsehen, denn immerhin bekommen wir doch ein Insolvenzgeld. Und wie´s danach weitergeht ?? Abwarten und arbeiten, was sonst ?? Es kann eh keiner sagen, was in den Insolvenzberatern vor sich geht. Aber eins ist doch schon mal klar. man geht nie aus einer Insolvenz so heraus, wie man reingegangen ist. Ergo, die Besten werden übrig bleiben. Ob bei Quelle oder einem anderen Arbeitgeber ist doch da wurscht ! Oder ????

von schallplatte
04.08.09 04:01 Uhr
Am Ende

Ja, was soll das rumgejammere. Anfang September kommt das dicke Ende. Da fliegen die meisten Beschäftigten der Primondo Gruppe auf die Straße, Karstadt wird an Metro verkauft, die restlichen unrentablen Häuser werden ebenfalls dichtgemacht. Eick und seine ganzen unfähigen Vorgängerkonsorten fallen weich. Ist hart, aber nicht änderbar.

Bin auch Quellianer.

von Guerilla
04.08.09 09:17 Uhr
Armageddon bei KarstadtQuelle i.L.

So ist das halt mit dem jüngsten Tag. Der Konzern wird in Schutt und Asche zerfallen und aus einigen gesunden Teilchen entsteht Gutes und Neues. Der Konzern war seit über 10 Jahren schwerkrank und wurde nur künstlich am Leben gehalten. Leider haben wir als Lieferanten im Jahr 2000 die Erpressungen von Urban und Gangsterkonsorten über uns ergehen lassen und so hunderte von Millionen an "kick back's" für vergangene "gute Jahre" geleistet. Wäre das nicht geschehen, wäre der Konzern schon 2001 am Ende gewesen. Nun hat man ja noch die Insolvenz. Dies wird jedoch nicht gelingen. Der Plan für eine Sanierung und Zusammenführung der Bestandsunternehmen des Konzerns wäre so einfach gewesen. Reduzierung des gesamten Konzern-Personals um 30%, Auflösung aller eigenständigen Verwaltungseinheiten und Einkaufsorganisationen, Zusammenführung aller Kompetenzen in der Konzernzentrale in Essen. Altes Prinzip mit großer Wirkung: Kickt die Standortfürsten aus den Sesseln, dann kommt der Stein ins Rollen. Aber dazu hätten die Vorstände wenigsten a'bisserl Ahnung vom Geschäft haben müssen. Dadurch hätte sich ein Einsparungspotential von ca. 1,5 bis 2 Milliarden pro Jahr ergeben und ein hochwirksames Multichanel-Marketing wäre möglich geworden. Natürlich nur, wenn man auf Urban, Achenbach und Middelhoff verzichtet hätte und Geschäftsführer und Vorstände eingesetzt hätte, die auch wirklich die Ärmel hochgekrempelt hätten um hart am Erfolg zu arbeiten.

von quellaner
04.08.09 19:08 Uhr
Mitarbeiter kostengünstig entlassen

Ja genau,das ist das Richtige,: Nur ,viele Mitarbeiter haben ihr halbes Leben im Unternehmen verbracht,man bedenke das sie mit nem "Vergelts Gott" gehen,Manager die den Karren in den Dreck fahrn,bekommen dicke Abfindungen.Mehr ist dazu nicht zu sagen!

von peterle0201
04.08.09 19:22 Uhr
Am Ende steht der Anfang

Wie auch immer der aussehen wird ! Aber eins ist sicher: es geht immer weiter !! Wir Quellianer sind wohl nicht die Ersten, die durch diese Zeit gehen werden. Spätestens im September beginnt das Aufräumen. Gut ist, dass es die Unfähigen auch erwischen wird. Und vielleicht bleibt noch was. Man sagt ja immer, jedes Schlechte hat was Gutes !! Das Schlechte kenne ich nun ! Das Gute kommt ganz bestimmt. Und wenn es die Gewissheit ist, dass die die uns reingeritten haben, auch erst mal betroffen sind. Das macht doch Mut, oder ????

von Dummy
05.08.09 09:53 Uhr
"Vergelts Gott"

Der Unterschied zwischen Managern und Fußvolk liegt nicht darin, dass die einen Geld bekommen und die anderen nicht. Man darf noch mal an die Schließung der Call-Center erinnern, bei der die ausgeschiedenen Mitarbeiter doppelt so viel erhalten haben wie bei vorherigen Personalreduktionen. Der Unterschied liegt zwischen vor und nach Insolvenz. Vor Insolvenz haben die ausgeschiedenen Manager und Mitarbeiter relativ viel Geld bekommen, jetzt nicht mehr. Damit sind die Manager und Mitarbeiter genauso gestellt wie Millionen andere auch in Klein- und Mittelbetrieben, wo es auch nicht solch üppige Zahlungen gibt. Auch aus Gerechtigkeitsgründen kann ich nicht sehen, warum es in der Insolvenz Abfindungen geben soll. Ein Bekannter ist Zulieferer des Unternehmens und hat noch hohe Außenstände, ist jetzt selbst existenzgefährdet. Da wäre es nicht in Ordnung, wenn Mitarbeiter, die bislang noch immer ihr Gehalt bekommen haben, zusätzlich für noch nicht Geleistetes Geld bekommen (Abfindung), er aber den Bach hinuntergeht, weil dann für ihn kein Geld aus der Masse mehr da ist.

Das es die Unfähigen auch erwischt, glaube ich nicht. Mir sieht es nach einem "Kartell der Verlierer" aus - ein Management, bei dem ein Manager den anderen nicht anschwärzt, weil er selbst nichts erreicht hat.

von Ex-Qelle-Mitarbeiter
06.08.09 07:58 Uhr
Danke an...

den Betriebsrat, die Gewerkschaft und das Land und an alle solidarischen Ex-Kollegen, denen die Jacke immer näher war als die Hose! Schließungen von call-Centern, Logistikabteilungen, der Verkauf der Südgetränke, der Noris-Bank und des Noris-Transport etc. etc. - all das hat doch schon seit Jahren zu tausendfachen Arbeitsplatzverlusten bei Quelle geführt. Doch alle haben zugesehen. Jetzt geht´s ans Eingemachte. Dumm gelaufen. Und Frau Schickedanz sollte nur noch schlaflose Nächte haben - wie ich seit drei Jahren (arbeitslos nach 17 Jahren Quelle)... Weiter so!

von peterle0201
06.08.09 17:33 Uhr
Danke an.....

Kann man so nur unterschreiben, weil diesen Betriebsrat kannst du getrost in der Pfeife rauchen. Die haben doch alles mitgetragen. Auch die Gewerkschaften haben das alles mitgemacht. Und die Kollegen ?? Was sollen sie schon anderes machen, als zu allem ja und Amen zu sagen. Du hast doch keine Stimme alleine. Und nun stellt sich der Betriebsrat und die Gewerkschaften hin und sprechen den Anderen die Schuld zu. Da kann man nur Pfui Teufel sagen ! Aber die Betriebsratskollegen haben ja Glück. Die haben ja eine Kündigungsfrist von 1 Jahr ! Wir nicht. Wenn es diesen Insolvenzverwaltern gefällt und die richtig gerechnet haben, dann stellen die uns im September einfach frei und das war´s! Wenn´s überhaupt noch bis September dauert, was ich nicht glaube ! Na dann, auf gehts.....................

von quellaner
06.08.09 21:31 Uhr
danke an...

Ob wir uns aufregen oder nicht,interressiert so wie so keinen.Also machen wir schön weiter bis sie uns rausschmeissen,vorher noch Inventur und dann hoffen ja alle auf Klartext. Wie es auch kommt ,wir sind das Fussvolk und müssen es hinnehmen,wie in anderen Unternehmen auch.Trost,auch ganz oben werden Abstriche gemacht.

 

Entdecken Sie business-on.de: