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Irritationen um Schickedanz

Keine klare Strategie: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz kauft erstmals seit drei Jahren Aktien des Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor nach. Noch Ende September hatte sie insgesamt 19,5 Prozent ihrer Anteile an die Privatbank Sal. Oppenheim weitergegeben. Mittelfranken.business-on.de nimmt dies zum Anlass einer kleineren Analyse des Konzerns und seiner Töchter.

Nach dem Zukauf von 614.000 Aktien für 1,15 Mio. € verfügt der Pool um Schickedanz nun über 26,61 Prozent an Arcandor. Analysten werten die Aktien-Aufstockung der Hauptaktionärin als Vertrauensbeweis in schweren Zeiten. Der Kurs des Unternehmens hatte seit Jahresbeginn um gut 90 Prozent nachgegeben.

Ende September konnte erst durch den Einstieg von Sal. Oppenheim das dringend benötigte Kapital zur Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts aufgebracht werden. Überlegungen des Managements, den zum Konzern gehörenden Reiseveranstalter Thomas Cook zu veräußern, hatten überdies zum Kursverfall beigetragen. Mittlerweile hat sich der Wert der  Aktie  bei knapp 1,90 € stabilisiert.

Der Druck auf den Konzern ist aber unverändert hoch: Im Unternehmen knirscht es, da die Mitarbeiter derzeit harte finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen, um die Sanierung voranzutreiben. Binnen drei Jahren sollen über 340 Mio. € an Personalkosten eingespart werden, auf betriebsbedingten Stellenabbau wollen Geschäftsführung und Betriebsrat aber verzichten. Ende vergangener Woche wurde zudem bekannt, dass der asiatische Arcandor-Einkäufer, Li & Fung, aufgrund der Finanzkrise nicht mehr die Zwischenfinanzierung für die Essener übernehmen wird. Auf dringend gute Nachrichten ist auch Karstadt angewiesen, dem aktuellen Weihnachtsgeschäft wird eine überlebenswichtige Bedeutung für das Fortbestehen der Warenhaustochter beigemessen. Ähnliches gilt auch für Quelle, die insbesondere im osteuropäischen Markt noch stark vertreten ist.

Quelle ringt um E-Commerce- Kompetenz

Die Zahlen klingen gut: Quelle.de ist mit 50 Mio. Visits pro Monat der am stärksten frequentierte Online-Shop von Arcandor. Das Wachstum mit über 30 Prozent ist überdurchschnittlich, der Abstand zu Online-Giganten wie Ebay oder Amazon aber auch riesengroß. Wie ein Mantra wiederholt Quelle, 60 Prozent der Neukunden über das Internet zu gewinnen und 40 Prozent der Umsätze online zu generieren. Zugegeben, in den letzten Monaten hat sich auch einiges getan: Mit dem "Q des Tages" wurde das erste Live-Shopping-Angebot eines klassischen Versandhändlers etabliert, mit WMF, Samsonite oder Görtz interessante Vertriebspartner auf der Onlineplattform eingebunden.

Mit dem "Arcandor E-Commerce Day" Ende November in Düsseldorft versucht das Unternehmen zudem, die eigene Kompetenz im E-Commerce auszubauen. Nicht ganz ins Bild passt aber die ungeklärte Zukunft von Quelle.Market, dem Marktplatz für Elektronikanbieter, und Myby, einem Joint Venture mit Springer.

Gute Nachrichten bei HSE24 und Thomas Cook

Zuletzt tankte der TV-Shopping-Sender HSE24 ordentlich Selbstbewusstsein. 2008 scheint ein gutes Jahr zu werden und ein Rekordumsatz von 353 Mio. € steht ins Haus. Der Sender profitiert von der Schwäche des RTL Shops und der Crossvermarktung durch Quelle, dennoch ist der Abstand zum unangefochtenen Marktführer QVC beträchtlich, der pro Sendeminute 75 Prozent mehr Umsatz macht. Zuletzt verlor HSE24 zudem zwei Führungskräfte an den Konkurrenten.

Der Reiseanbieter Thomas Cook überraschte im dritten Quartal positiv: Trotz der aufkommenden Finanzkrise und der damals noch deutlich höheren Energiepreise konnte das Unternehmen zum Arcandor- Gewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 07/08 104 Mio. € von 204 Mio. € beitragen und den Umsatz um 12 Prozent steigern.

(Redaktion)


 


 

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