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Forschungsarbeit

Ist Schichtarbeit krebserregend?

Die Forschungsarbeiten zu Themen wie ‚Schichtarbeit und Krebs’ müssen dringend intensiviert werden, fordert der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Zunächst begrüßt der Verband, dass das Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Sozialhygiene der Uniklinik Köln zu Fragen von Schichtarbeit und Krebserkrankung eine Meta-Analyse durchgeführt hat. Demnach gebe es bei bestimmten untersuchten Berufsgruppen erste Hinweise, dass Schichtarbeit ein erhöhtes Krebsrisiko zur Folge hat. Aber: „Aus arbeitsmedizinischer Sicht bringt diese Studie zwar wichtige Hinweise, aber keine gesicherten Erkenntnisse", so Verbandspräsident Dr. med. Wolfgang Panter.

Die Zusammenhänge zwischen Schichtarbeit und Krebserkrankungen müssen nach Auffassung des VDBW in künftigen Forschungsstudien analysiert und verlässlich vergleichbar werden. Dazu bedarf es exzellenter und besser ausgestatteter arbeitsmedizinischer Institute. „Wir beobachten die Entwicklung der arbeitsmedizinischen Forschung an den deutschen Hochschulen mit großer Sorge. Übertriebene Einsparungen haben dazu geführt, dass arbeitsmedizinische Institute leider drastisch zurückgefahren wurden und ihre Aufgaben kaum erfüllen können", so Panter.

Grundsätzlich gilt bei Gesundheitsrisiken durch Schichtarbeit: Für Unternehmer und Arbeitnehmer ist der Betriebsarzt kompetenter Fachberater in den Fragen der Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeitszeit. Der Berufsverband empfiehlt Beschäftigten, die in Schichtsystemen arbeiten, gezielt angebotene arbeitsmedizinische Vorsorge­un­ter­suchungen verstärkt wahrzunehmen.

VDBW-Hauptgeschäftsführer Jochen Protzer weist auf die bestehende gesetzliche Regelung hin: „Nach dem Arbeitszeitgesetz sind Nachtarbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers berechtigt, sich alle drei Jahre arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen. Ab dem 50. Lebensjahr ist dies sogar in jährlichem Abstand möglich. Außerdem gilt für alle Schichtarbeitnehmer, dass sie sich nach dem Arbeitsschutzgesetz auf ihren Wunsch regelmäßig arbeitsmedizinisch untersuchen lassen können. Aus unserer Sicht ist zu überlegen, diese Untersuchungen verpflichtend durchzuführen."

Betriebsärzte verstehen die gesundheitlichen Ängste von Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer, können Gefährdungen kompetent beurteilen und individuelle Vorschläge zur Prävention machen. Sie beraten ganzheitlich zum Thema Beschäftigungsfähigkeit und stellen von der Schichtplanoptimierung über Beleuchtungsempfehlungen bis hin zu Ernährungsfragen Strategien zur Beanspruchungs­bewältigung vor. (VDBW)

(Redaktion)


 


 

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