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Schaeffler und die Conti-Kapitalerhöhung

Noch bis vor kurzem hatten sich die Verantwortlichen bei Schaeffler mit Händen und Füßen gegen die Kapitalerhöhung bei Continental gewehrt. Nun hatten auch die Herzogenauracher ein Einsehen. Zur jetzt vorgenommenen Kapitalerhöhung gab es keine Alternative mehr.

Denn durch die hohe Verschuldung von Schaeffler und Continental haben die kreditgebenden Banken inzwischen mehr Einfluss auf die Unternehmen, als diesen lieb ist. Deren Forderung nach frischem Eigenkapital abzulehnen, hätte für die Herzogenauracher nur einen weiteren Vertrauensverlust bedeutet. Gerade noch rechtzeitig hat Schaeffler nun eingelenkt und die Kapitalerhöhung genehmigt (wir berichteten).

Aber warum hat das so lange gedauert? Schaeffler hielt bislang knapp 90 Prozent der Conti-Anteile. Durch die nun genehmigte Kapitalerhöhung werden diese Anteile nun auf 75,1 Prozent verwässert. Einfacher formuliert: Die neuen Conti-Aktionäre müssen für eine Aktie rund 35 Euro zahlen. Als Schaeffler das Unternehmen vor gut einem Jahr übernehm, musste das Familienunternehmen 75 Euro pro Wertpapier überweisen. Für Schaeffler ist das auch ein nachträglicher Beweis dafür, dass der Einstieg bei Conti viel zu kostenintensiv war.

Bei Schaeffler herrscht offenbar dennoch Zuversicht. „Wir begrüßen die erfolgreiche und schnelle Umsetzung der Kapitalerhöhung bei der Continental AG, die die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt. Dies zeigt auch das uns entgegengebrachte Vertrauen der Investoren. Damit sind die Weichen für die nächsten Schritte in eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft beider Unternehmen gestellt“, ließ Maria-Elisabeth Schaeffler mitteilen. Warum sich die verantwortlichen Akteure bei Schaeffler nicht schon früher zu einer solchen „erfolgreichen und schnellen“ Kapitalerhöhung  durchringen konnten, bleibt indes ungewiss.

(Redaktion)


 


 

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3 Kommentare

von ehemaliger
08.01.10 12:49 Uhr
Schaeffler und die Conti-Kapitalerhöhung

"Warum sich die verantwortlichen Akteure bei Schaeffler nicht schon früher zu einer solchen „erfolgreichen und schnellen“ Kapitalerhöhung durchringen konnten, bleibt indes ungewiss."

Antwort: Habgier gepaart mit Dummheit.

von Hans
09.01.10 11:03 Uhr
Zeitpunkt gut gewählt

"Warum sich die verantwortlichen Akteure bei Schaeffler nicht schon früher zu einer solchen „erfolgreichen und schnellen“ Kapitalerhöhung durchringen konnten, bleibt indes ungewiss."

Dummheit wäre es gewesen, die Kapitalerhöhung schon 2009 durchzuführen. Inzwischen ist durch den weitsichtigen Management-Einfluß von Schaeffler der Aktienkurs von Conti wieder um mehr als das 4fache gestiegen seit dem Tiefpunkt 2009, als die damaligen Conti-Manager durch ihre Weigerung zur Kooperation und Machtkämpfe beide Unternehmen an den Rande des Ruins gebracht haben.

von petermann
13.04.10 17:33 Uhr
und wieder eine Transfergesellschaft

13.4.2010 Und wieder eine Transfergesellschaft !!!
Continental - Karben will eine Transfergesellschaft ins Leben rufen.
Die Mitarbeiter der Firma sehen sich über kurz oder lang von Arbeitslosigkeit bedroht.
Continental will sich auf Kosten der Mitarbeiter gesund stoßen.

 

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