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Kindergeldanspruch vor 2012

Fahrten zur Universität können das Kindergeld retten

Kindergeld, steuerliche Vergünstigungen (z.B. Kinder- und Ausbildungsfreibetrag, Abzug von außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheitskosten oder dem Ausbildungsfreibetrag, Schulgeld, Ermäßigung beim Solidaritätszuschlag und bei der Kirchensteuer) und sonstige Privilegien (z.B. Riester-Kinder-Zulage auf den Sparvertrag von Vater oder Mutter) erhielten Eltern für ihre volljährigen Kinder für Jahre vor 2012 nur nach Prüfung der Einkommensgrenze beim Nachwuchs über 18 in Berufsausbildung oder während des Studiums.

Diese steuerlichen Vergünstigungen konnten nur beansprucht werden, wenn die Einkünfte und Bezüge von Sohn oder Tochter nicht über 8.004 € im Jahr lagen. Das Einkommen interessiert Familienkasse und Finanzamt nach 2011 nicht mehr für die Förderung, da ab 2012 das Einkommen des Kindes irrelevant ist (Änderung durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011).

Das BFH-Urteil vom 22.11.2012 (Az. III R 64/11) beschäftigt sich mit der alten Rechtslage und stellt klar, dass bei der Prüfung, ob der Grenzbetrag überschritten ist, Fahrtkosten eines Kindes, die ihm aus Anlass eines nebenberuflich ausgeübten Studiums entstehen, nicht mit der Entfernungspauschale zu berücksichtigen, sondern in tatsächlicher Höhe von den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit abzuziehen sind. Das bringt doppeltes Abzugspotenzial, die tatsächlichen Aufwendungen sind mit den Pauschbeträgen von 0,30 € je Fahrtkilometer und nicht lediglich in Höhe der Entfernungspauschale zu berücksichtigten.

Das liegt daran, dass eine vom Kind als Arbeitnehmer aufgesuchte arbeitgeberfremde Bildungseinrichtung keine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt. Für ein Kind, das den 18., aber noch nicht den 25. Geburtstag gefeiert hat und sich in Ausbildung befindet, besteht nach dem Einkommensteuergesetz in der alten Fassung ein Anspruch auf Kindergeld nur, wenn es Einkünfte und Bezüge, die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, von nicht mehr als 8.004 € im Kalenderjahr hat. Der Begriff der Einkünfte ist je nach Einkunftsart als Gewinn oder als Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten zu verstehen. Erzielt das Kind Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, sind daher von den Bruttoeinnahmen die Werbungskosten abzuziehen.

Die Voraussetzungen für den Abzug von Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit können auch bei berufsbezogenen Bildungsmaßnahmen erfüllt sein. Als Werbungskosten abziehbar sind sämtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Bildungsmaßnahme stehen. Hierzu gehören auch Fahrt- bzw. Mobilitätskosten. Sie sind grundsätzlich in tatsächlicher Höhe zu berücksichtigen. Eine Einschränkung für den Abzug von Fahrtkosten sieht das Gesetz nur für die Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte vor.

Eine vom Arbeitnehmer besuchte arbeitgeberfremde Bildungseinrichtung stellt unabhängig davon keine regelmäßige Arbeitsstätte dar, ob die Bildungsmaßnahme die volle Arbeitszeit in Anspruch nimmt oder neben einer Voll- oder Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird. Die Kosten für das Fachhochschulstudium sind als vorweggenommene Werbungskosten zu berücksichtigen, auch wenn das Kind vor Beginn seines berufsbegleitenden Studiums an der Fachhochschule bereits eine Ausbildung durchlaufen und damit eine erste Berufsausbildung im Sinne der Vorschriften absolviert hat.

Die Anzahl der Fahrten und die Entfernung zwischen der Wohnung und der Fachhochschule sind mit den Pauschalen von 0,30 € je Fahrtkilometer zu berechnen, wenn die Fahrtaufwendungen nicht detailliert in angefallener Höhe berücksichtigt werden sollen.

(VSRW-Verlag)


 


 

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