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KPMG-Analyse: Großteil der gesetzlichen Krankenkassen hat Prozessmanagement etabliert

Ein Großteil der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland hat bereits ein Prozessmanagement eingeführt. Aber: Eine vollständige Integration des Prozessmanagements in die Unternehmensstrategie ist bei der Mehrzahl der gesetzlichen Kassen noch nicht erreicht. Dies hat eine repräsentative KPMG-Analyse mit dem Titel „Status quo des Prozessmanagements in gesetzlichen Krankenversicherungen“ ergeben, die unter 25 gesetzlichen Kassen durchgeführt wurde. Auf Basis der Versichertenanzahl von über 12 Millionen im Jahr 2008 entspricht dies einem Marktanteil von rund 18 Prozent.

Untersucht wurde der Status quo der Prozessdokumentation, die Steuerung von Geschäftsprozessen und die Einbindung des Prozessmanagements in die Unternehmensstrategie. Ergebnis: Bei über 60 Prozent der befragten Kassen herrscht bereits ein solides Prozessdenken, aber die kontinuierliche Prozessverbesserung durch die vollständige Implementierung von Kennzahlen in die Unternehmensstrategie ist erst bei 16 Prozent erreicht.

Um die wesentlichen Ergebnisse der Studie einordnen zu können, wurden diese aus dem Blickwinkel des von KPMG entwickelten „Reifegradmodells der organisatorischen Steuerung“ bewertet. Das Reifegradmodell beschreibt unterschiedliche Entwicklungsstufen des Prozessmanagements in einem Unternehmen – von einer gegenwartsorientierten, reaktiven (Entwicklungsstufe I) bis zu einer zukunftsorientierten, strategischen Organisationssteuerung (Entwicklungsstufe III). Die Einordnung ergab, dass rund 60 Prozent der befragten Kassen in der Entwicklungsstufe II, der Phase der „taktischen Organisationssteuerung“, angekommen und somit bei der Etablierung eines effizienten Prozessmanagements bereits weiter fortgeschritten sind. Entwicklungsstufe III, eine „strategische Organisationssteuerung“, die sich durch die kontinuierliche Nutzung von Kennzahlen zur Prozessverbesserung auszeichnet, ist jedoch erst bei 16 Prozent der Kassen festzustellen. Rund 20 Prozent der befragten Krankenkassen befinden sich derzeit noch in der Entwicklungsstufe I, der „reaktiven Organisationssteuerung“. Diese Kassen beginnen erst mit der Prozessdokumentation. Es wird noch keine strategische Prozesssteuerung durchgeführt.

Prof. Dr. Volker Penter, Partner und Leiter des Bereichs Health Care bei KPMG: „Insgesamt hat rund ein Drittel der Kassen über 75 Prozent der Prozesse dokumentiert. Eine vollständige Prozessdokumentation findet man am häufigsten in den befragten großen Kassen. Auffällig ist, dass die Bereiche des Beitragseinzuges und der Leistungsbereich meist stark dokumentiert sind, der Bereich Finanzen dagegen am wenigsten – hier können die Kassen ansetzen und die Dokumentation ausbauen. Ein weiterer Punkt ist die Regelmäßigkeit der Dokumentation: Da diese überwiegend nur bei Bedarf aktualisiert wird, ist sie in einem dynamischen Marktumfeld oft nicht unbedingt nachhaltig. Eine stärkere Regelmäßigkeit könnte hier die Aussagekraft erhöhen.“

Die Einführung des Gesundheitsfonds stellt momentan eine der größten Herausforderungen für die Krankenkassen in Deutschland dar. Obwohl sich die Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft der gesetzlichen Krankenversicherung nicht definitiv vorhersagen lassen, zeichnen sich Tendenzen der Veränderung ab. Prof. Dr. Volker Penter: „Eine herausragende Servicequalität und optimale Gesundheitsversorgung werden an Bedeutung gewinnen, ebenso wie ein erhöhtes Kostenbewusstsein für den Bereich der Verwaltung und Administration. Ein erprobter Weg zur Verzahnung von strategischer Planung und operativem Geschäft und demzufolge zur Umsetzung des Veränderungsbedarfs führt über ein konsequentes Prozessmanagement.“

Unter folgendem Link können Sie die Studie herunterladen: http://www.kpmg.de/docs/Prozessmanagement_KV_neu.pdf

(Redaktion)


 


 

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