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Selbstverwirklichung steht über Führung

Manager-Barometer 2013 zeigt auf: Führung verliert an Attraktivität. Vor allem junge Manager und Frauen führen weniger gern.

Selbstverwirklichung bei der beruflichen Tätigkeit ist Führungskräften in Deutschland wichtiger als ihre Führungsaufgabe. Vor allem Manager im Alter von 34 Jahren und jünger (Generation Y) sowie weibliche Führungskräfte haben weniger Interesse daran, Führungsverantwortung zu übernehmen. Über alle Managergenerationen hinweg nimmt dagegen der Wunsch nach mehr Individualität in der Karriereentwicklung zu. Dies ist das Ergebnis des 3. Manager-Barometers, mit dem die internationale Personalberatung rund 1.200 Führungskräfte in ganz Deutschland nach ihren Karrieremotiven, ihrer Einsatzbereitschaft und ihren Entwicklungsperspektiven befragt.

Das Einsetzen persönlicher Stärken und Begabungen motiviert
deutsche Führungskräfte für ihren weiteren Berufsweg am meisten. 62 Prozent der befragten Manager sind dieser Ansicht, während ihre Freude an der Führungsaufgabe mit 58 Prozent wie bereits im Vorjahr nur Platz 2 der Karrieremotivatoren belegt. Bei Frauen kommt Führung sogar erst an dritter Stelle. "Unsere Befragung zeigt seit Jahren eine zunehmende Führungsmüdigkeit unter deutschen Managern", erläutert Jürgen van Zwoll, Partner bei Odgers Berndtson und Leiter der Studie. "Diese Ergebnisse sind alarmierend und sollten die Unternehmen dazu veranlassen, sich individueller mit ihren Führungskräften zu beschäftigen."

Maßarbeit in der Personalarbeit erforderlich

Der Wunsch nach mehr Individualität in der persönlichen
Karriereentwicklung wird insbesondere bei der Beurteilung der
aktuellen Personalentwicklungsmaßnahmen in den Unternehmen deutlich. Neben einer stärkeren Einbindung in systematische Karriere- und Managementprogramme (60 Prozent) möchten die befragten Manager von erfahrenen Führungskräften stärker an die Hand genommen werden - zum
Beispiel durch Coachings (49 Prozent), Mentoren (37 Prozent) oder den institutionalisierten Wissenstransfer von "Alt auf Jung" (35 Prozent). Bei der Gestaltung neuer Führungskarrieren halten die Befragten vor allem eine intensivere Vorbereitung des Führungsnachwuchses auf seine Führungsaufgabe für wichtig.

"Personalentwicklungsmodelle von der Stange treffen nicht mehr die Erwartungen der Manager", urteilt Jürgen van Zwoll. "Die Unternehmen müssen zukünftig Maßarbeit in der Personalentwicklung leisten. Hierfür sollten die Linienvorgesetzten stärker in die Verantwortung genommen werden, die näher an ihren Führungskräften sind", empfiehlt
der Berater weiter.

(Redaktion)


 


 

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