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Managementkultur

Zeit für ein neues Führungsverständnis: Leadership statt Management

Ruth Seliger bewirbt in ihrem Buch „Positive Leadership“ den Paradigmenwechsel von der klassischen Management-Kultur in deutschen und internationalen Unternehmen hin zum „Positive Leadership“. Hinter dem wohlklingenden Schlagwort verbirgt sich die Überzeugung, dass eine wertschätzende, „stärkenbasierte“ Führungsarbeit organisationale Kräfte freisetzt, die in autoritär geführt Unternehmen verschüttet bleiben.

Seliger leitet den neuen Führungsbegriff aus den technologischen und wirtschaftlichen Umwälzungen der Postmoderne her. Organisationen sind vermehrt dezentral aufgestellt („ein Erfolgskriterium“), setzen zudem auf ein positives Menschbild und eine „Vertrauenskultur“, um Mitarbeiter zu fördern. Das althergebrachte Managementdenken („das Bemühen, das Meiste aus den Organisationen und den Menschen herauszuholen“) wird folgerichtig durch den Idealtypus „Leadership“ („das Bemühen, das Beste in der Organisation und den Menschen zu entfalten“) ersetzt.

Die Autorin gibt zunächst einen Überblick zu den theoretischen Grundlagen des Positive Leadership mit Verweisen auf Psychologie (Glücksforschung), Neurologie (Gehirnforschung) und Wirtschaftswissenschaft („Ökonomie und Emotion“), um die neue Führung als „Balance von Interessen“ zu definieren: ein elementares Bindeglied zwischen Organisation, Menschen und Aufgaben, das wiederum auf drei Prinzipien fußt: „Sinn, Zuversicht und Einfluss“.

Sinn, Zuversicht und Einfluss

Im zweiten Teil ihres Buches widmet sich Seliger der Frage, wie sich die Prinzipien des Positive Leadership in den Alltag der Führungskräfte integrieren und umsetzen lassen („Die Organisation positiv führen – positive Organisationen schaffen.“). Sie macht anhand von Beispielen, Zitaten und Schaubildern deutlich, dass Teamleitungen zunächst das Selbstbild und die Beurteilung ihrer Mitarbeiter hinterfragen müssen. Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Betrachtungen, nicht die Zahlen, die er liefert. Die Arbeit ist kein Selbstzweck, sondern muss so gestaltet und vermittelt werden, dass sie Nutzen stiftet („Sinn“). „Zuversicht“ vermitteln Führungskräfte, indem sie die Leute gemäß deren Stärken positionieren und beim Feedback die guten Leistungen nicht unter den Tisch kehren, sondern explizit herausstellen. „Einfluss“ schlussendlich richtig verstanden und umgesetzt bedeutet „Empowerment“: Die „Übergabe von Verantwortung und Macht“ gemäß der jeweiligen Kompetenzen und Talente, aber jenseits von Hierarchiestufen und Eitelkeiten.

Fazit: „Positive Leadership“ ist sicherlich eines der wichtigsten aktuellen Managementbücher, weil es das Trendthema in Theorie und Praxis passgenau auf den Alltag deutscher Unternehmen bezieht. Ein sehr guter Ratgeber für Abteilungsleiter, die mit zeitgemäßen Führungskonzepten die Leistung des gesamten Teams beflügeln möchten.

Das Buch
Ruth Seliger, „Positive Leadership”, Schaeffer-Poeschel 2014, ISBN: 3791032674

(Oliver Ibelshäuser / www.Management-Journal.de)


 


 

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