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Kreditversicherungen

Der Markt für Kreditversicherung 2011

Die Folgen der weltweiten Finanz- und Immobilienkrise waren in den Jahren 2008 und 2009 unmittelbar auf die Realwirtschaft durchgeschlagen. Der Konjunkturabschwung war beispiellos in der deutschen Nachkriegsgeschichte. In Folge des Exporteinbruchs rutschte die deutsche Wirtschaft in die Rezession, die binnen- und weltwirtschaftlichen Risiken nahmen zu. In der Rezession stieg auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen an. In dieser Situation leiden nicht nur die Unternehmen und deren Mitarbeiter, sondern auch die Lieferanten. Es ist im Handel üblich, dass Waren und Dienstleistungen nicht sofort bezahlt werden. Der Lieferant muss seinem Kunden immer längere Zahlungsziele einräumen, um die Geschäftsverbindungen aufrecht zu erhalten. Tritt die Zahlungsunfähigkeit beim Kunden ein, verlieren die Lieferanten in der Regel das ausstehende Geld und erleiden einen Forderungsausfall. Der Eigentumsvorbehalt schützt dabei leider in den seltensten Fällen, da ein direktes Zugriffsrecht im Normalfall nicht besteht und das Zurückholen der eigenen Waren meist an rechtlichen Fragestellungen scheitert.

Die Finanzkrise war und ist auch eine Vertrauenskrise. Im selben Maß wie der Finanzkredit an Wert verliert, steigt die Bedeutung des Real- oder Warenkredits. Was ist nun zu tun, wenn auch dieser immer stärker ausfallgefährdet ist? Die Zahlen sprechen leider eine eindeutige Sprache. Die Anzahl der Firmenkonkurse in Westeuropa ist 2009 deutlich gestiegen und bleibt 2010 auf hohem Niveau. Über 205.000 Unternehmen mussten in `09 den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Die Insolvenzschäden für die deutsche Volkswirtschaft beliefen auf rd. 73,1 Milliarden Euro. Den Großteil des Geldes werden die Gläubiger wohl abschreiben müssen. Für 2011 wird in Deutschland mit rd. 31.000 Unternehmensinsolvenzen gerechnet, immerhin noch 6,3 Prozent mehr als im Vorkrisenjahr 2007.

Der Markt für Kreditversicherung

Der Kreditversicherungsmarkt ist in Bewegung. Nachdem im Gefolge der Krise einige Marktanbieter ihre Limitzeichnungen in bestimmten Branchen zum Teil deutlich reduziert hatten, gerieten auch die Kreditversicherer stark in die öffentliche Kritik. Sogar der Staat hatte ein eigenes Kreditversicherungsangebot bereitgestellt (die staatliche TOP-UP COVER), welches allerdings nunmehr Ende 2010 ausgelaufen ist.

Die steigenden Risiken im globalen Handel und die gleichzeitige Zunahme der Nachfrage nach Warenkrediten macht deren Absicherung für viele Lieferanten unumgängliche. Die Risikoprämien, welche analog zu den Schäden, sowie den sich verknappenden Rückversicherungs- und Refinanzierungskapazitäten angehoben worden waren, sind aktuell wieder deutlich zurück gekommen, so daß ein Angebotsvergleich durchaus lohnenswert sein kann.

Rund 40.000 Unternehmen haben in Deutschland eine Warenkreditversicherung abgeschlossen. Das versicherte Handelsvolumen der Delkredereversicherung im Inland betrug Ende 2009 rund 259 Milliarden Euro. Im Wesentlichen teilen sich fünf Anbieter den deutschen Markt: Euler Hermes, Atradius, Coface, Zurich und die R+V. Zusätzlich ist seit gut einem Jahr die Delcredere NV, eine Niederlassung der Ducroire Delcredere mit Sitz in Brüssel auf dem deutschen Markt aktiv.

Was kann der Lieferant tun, wenn er für einen Kunden keine Deckung erhält?

Verschlechtert sich die Bonität eines Abnehmers deutlich, so hebt der Versicherer die Absicherung für künftige Lieferungen und Leistungen auf, oder kürzt diese, oder erhöht den Selbstbehalt. Die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Lieferungen mit Zahlungsziel bleiben dabei unverändert versichert.

Doch was ist nun zu tun? Als Erstes ist es wichtig, dass damit der Kreditversicherer seine Aufgabe als Bonitätsprüfer und –überwacher gerecht wird. Schadensminimierung ist auch im Sinne jedes Lieferanten. Denn der Versicherte trägt in der Regel einen Selbstbehalt im Schadenfall in Höhe von 20 bis 30 Prozent. Mit diesem Frühwarnsystem warnt der Kreditversicherer somit seine Kunden und bewahrt sie im schlimmsten Fall vor einer Folgeinsolvenz. Das bedeutet, der Lieferant sollte in einer derartigen Situation nicht leichtfertig ins Eigenrisiko gehen. Stattdessen ist es ratsam, mit seinem Kunden den offenen Kontakt zu gehen und ihn auf die Situation hinzuweisen. Fehlen dem Kreditversicherer evtl. Unterlagen zu Einschätzung der Bonität des Abnehmers, so kann das schnell behoben werden. Ein anderer Fall ist es, wenn die Liquidität des Kunden tatsächlich angespannt ist. In diesem Fall ist es angebracht, nicht mehr auf Ziel zu liefern, oder sich alternative Sicherheiten geben zu lassen.

Wem die Prämien für eine Forderungsabsicherung aktuell zu hoch erscheinen, der benötigt starke Nerven. Denn die Insolvenzen sind ein sogenannter nachgelagerter Indikator, will heißen: auch für 2010 wird in Deutschland mit ähnlich hohen Schadensaufwendungen wie 2008 (48,6 Milliarden Euro) gerechnet, zudem wird ein Anstieg auf rund 40.000 Unternehmensinsolvenzen prognostiziert.

Zwar bieten viele Anbieter Lösungen rund um das Thema Debitorenmanagement (von der Firmenauskunft über EDV-basierende Ratingsysteme bis hin zur Inkassodienstleistung), aber das letztendliche Ausfallrisiko übernehmen nur die Kreditversicherer in ihre Bücher und machen somit viele Geschäfte, gerade im internationalen Bereich, erst möglich. Wird zudem eine Finanzierunglösung benötigt, bieten sich die Themen Factoring oder Finetrading an.

Sprechen Sie bei Bedarf einen unabhängigen Spezialisten in diesem Thema an. Die Bavaria Finance  & Credit GmbH in Nürnberg hat viele Jahre Erfahrung als Kreditversicherungsmakler und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung und Optimierung Ihrer Absicherungslösungen. Alternativ sowie zusätzlich kann auch der Verkauf der Forderungen (Factoring) als Mittel zur wachstumskongruenten Finanzierung in Frage kommen.

(Bavaria Finance & Credit GmbH)


 


 

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