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Studie des DIW Berlin

Mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bröckelt das Vertrauen

Das gegenseitige Vertrauen der Menschen in Deutschland ist stabil. Jeder zweite Befragte gibt hohes oder mittleres Vertrauen an. Die größte Gefahr für Vertrauen bildet Arbeitslosigkeit. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin. Die Studie basiert auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), einer jährlichen Wiederholungsbefragung von rund 11.000 Haushalten.

Vertrauen ist ein sozialer Rohstoff, ein Kitt, der die Menschen einer Gesellschaft zusammenhält und ihnen ermöglicht, ohne zusätzliche Kontrolle sozial und wirtschaftlich miteinander zu kooperieren. Dem Grad des Vertrauens innerhalb eines Landes werden daher auch positive Effekte auf seine wirtschaftliche Entwicklung zugeschrieben. Eine Gesellschaft, in der Vertrauen schwindet, hat also auch ein ökonomisches Problem. "In Deutschland gibt es keine Anzeichen für einen Vertrauensschwund", sagte DIW-Sozialforscher Jürgen Schupp. Mit seinem Kollegen Niels Michalski hat er die Stabilität des Vertrauens zwischen 2003 und 2008 untersucht.

Vertrauen in fremde Personen seit Jahren stabil

Auch das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), eine am DIW Berlin angesiedelte jährliche Wiederholungsbefragung von rund 11.000 Haushalten, beschäftigt sich mit dem Thema Vertrauen. In einer neuen Studie haben die DIW-Sozialforscher Jürgen Schupp und Niels Michalski jetzt die Stabilität des Vertrauens zwischen 2003 und 2008 untersucht. ""Die Daten haben sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert. Das Vertrauen in Deutschland ist stabil", sagte Jürgen Schupp. Demnach haben rund 14 Prozent der Deutschen hohes Vertrauen in ihre Mitmenschen, knapp die Hälfte mittleres und etwa 40 Prozent eher geringes Vertrauen.

Hochgebildete Vielverdiener vertrauen am meisten

Die SOEP-Ergebnisse zeigen, dass das Bildungsniveau und die Einkommenssituation das Vertrauen beeinflussen. "Menschen mit höherer Bildung vertrauen ihren Mitmenschen stärker als Menschen mit niedrigem Bildungsstand", so Niels Michalski. So liegt der Anteil der Akademiker mit hohem Vertrauen mit 25 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Personen mit Berufsausbildung. Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei den Löhnen: 2008 gab die Hälfte aller Personen mit den niedrigsten 20 Prozent aller Einkommen nur geringes Vertrauen an, lediglich 10 Prozent hohes Vertrauen. Bei den Vielverdienern gaben doppelt so viele hohes Vertrauen an.


 


 

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