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Mittelstand stemmt sich gegen Rezessionsfurcht

TEC-Umfrage: Viel Mut statt nur Ruf nach dem Staat – Unternehmer verlangen aber auch Abbau von Bürokratie in der Rezession

Der deutsche Mittelstand stemmt sich mit Macht gegen eine übertriebene Rezessionsfurcht. Das ist der Eindruck aus einer Umfrage, die die Mittelstandsorganisation TEC International (Wiesbaden) jetzt bei ihren Mitgliedern durchgeführt hat. Die Hälfte der befragten Unternehmer (49%) sieht in der Rezession „mehr Chancen als Risiken“ für ihr Unternehmen, nur
bei 33 Prozent überwiegen die Risiken. Zwar erwarten die meisten Mittelständler realistischerweise deutliche Umsatzeinbußen bis hin zum Nullwachstum, jedoch nur zum geringeren Teil Negativwachstum (30%). 64% der Befragten sind überzeugt, dass der Mittelstand „besser durch die
Krise kommt als Großunternehmen“, doch rund die Hälfte (47%) befürchtet, dass „auch die Profitabilität im Mittelstand deutlich leidet“ und dass die Rezession „länger dauert als zur Zeit angenommen“ (42%).

Interessant sind die Maßnahmen, die in der Krise für die mittelständischen Unternehmen als „besonders wichtig“ genannt werden: Nur ein Drittel begegnet der Rezession mit „Kostensenkungen bei den Personalausgaben“ und der „radikalen Überprüfung aller laufenden Projekte“. Dagegen halten 80% die „Suche nach neuen Kunden und Absatzmärkten“ sowie nach neuen Leistungen und Produkten“ (51%) für erfolgversprechende Maßnahmen. Die „Sicherung der Finanzierung“ steht für 44% der Mittelständler im Vordergrund.

Das zuletzt öffentlich stark diskutierte Verhalten der Banken bei der Kreditvergabe wird bei den befragten Mittelständlern kritisch, aber nicht dramatisch gesehen. Von einer direkten Kreditklemme kann danach keine Rede sein. Rund 45% sind der Überzeugung, dass „die Banken strengere Maßstäbe“ bei Kreditvergaben anlegen als früher“; die gleiche Zahl ist jedoch überzeugt, dass „Auftritt und eine überzeugende Präsentation bei den Kreditinstituten“ dies zum Teil ausgleichen können. Nur 11% stimnmen der These zu, dass die „Bankenkredite teurer geworden sind und die Kosten treiben“. Hierbei ist jedoch unklar, in wievielen Fällen zur Zeit Kreditlinien wirklich neu verhandelt werden müssen.

Von der Bundesregierung erwartet der Mittelstand als Antwort auf die Rezession mit überwältigender Mehrheit den „Abbau bürokratischer Vorschriften“ (79%) noch vor der Forderung nach Steuererleichterungen (54%) und vor der „Lockerung von Bilanzvorschriften/Abschreibungsregeln“ (25%). Immerhin 40% der Befragten fordern staatliche Krediterleichterungen/Bürgschaftsrahmen, die gleiche Anzahl staatliche Konjunkturprogramme für den Mittelstand. Ein Drittel erwartet „politischen Druck auf Banken und Finanzinstitute“.

„Die Umfrage zeigt, dass der Mittelstand auch in der Krise viel Überzeugung in die eigene Stärke mitbringt, den Kopf nicht in den Sand steckt und unternehmerische Auswege sucht“, kommentiert Dr. Wolfgang Hartmann, CEO von TEC International in Wiesbaden, das Ergebnis der Umfrage.
„Auch der mittelständische Unternehmer versucht, ohne Entlassungen auszukommen, um die wichtigen Fachkräfte zu halten. Politik und Banken müssen diesen Mut honorieren. Vor allem die Bundesregierung sollte neben Konjunkturprogrammen und Bürgschaftsrahmen darauf achten, alle
weiteren bürokratischen Belastungen und Auflagen für den Mittelstand zu stoppen, um ihm in der Krise genügend unternehmerische Flexibilität zu ermöglichen. Das ist bisher zu wenig beachtet worden“.

(Open PR)


 


 

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