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  • 14.08.2009, 13:36 Uhr
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  • Mittlerer Niederrhein
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Wie geht´s weiter?

Nachfolge-Problematik im Mittelstand

Die Nachfolge-Problematik im Mittelstand verschärft sich. Das zeigt der aktuelle Report zur Unternehmensnachfolge des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Studie basiert auf 23.800 Beratungsgesprächen in ganz Deutschland – sowohl mit Unternehmern, die ihren Betrieb übergeben wollen, als auch mit Existenzgründern, die eine Firma zur Übernahme suchen.

Im Kreis Viersen, im Rhein-Kreis Neuss, in Mönchengladbach und Krefeld haben die Experten der IHK Mittlerer Niederrhein in den vergangenen zwei Jahren etwa 100 Unternehmer zu Nachfolgefragen beraten. Am Mittleren Niederrhein werden Schätzungen zufolge rund 2.500 Unternehmen in den nächsten Jahren mit dem Problem der Nachfolgeregelung konfrontiert. Das Thema gewinnt an Brisanz, weil immer seltener die Firmenleitung innerhalb der Unternehmerfamilie weitergegeben wird.

Fällt die Nachfolge in der Familie aus, müssen externe Nachfolger gefunden werden. Größtes Hindernis dabei: die Finanzierung. Nach Erfahrungen des DIHK haben 49 Prozent der potenziellen Nachfolger dabei Schwierigkeiten. „Vielfach reichen die Finanzmittel des angehenden Unternehmers nicht aus und Sicherheiten fehlen“, berichtet Bert Mangels, Nachfolgeexperte der IHK Mittlerer Niederrhein. „Bei einer Finanzierung mit Fördermitteln ist eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent vorgeschrieben – daran scheitert es oft.“ Die derzeit angespannte konjunkturelle Situation verschärft das Problem noch. Mangels: „Kreditinstitute wie auch Investoren scheuen derzeit hohe Risiken.“ 

Schwierige demografische Entwicklung

Der DIHK-Report zeigt, dass die Nachfolgefrage in Zukunft noch brisanter wird. Denn Gewinn- und Umsatzeinbrüche durch die Krise schmälern den Unternehmenswert. Die Preisvorstellungen von Übergeber und Übernehmer liegen dadurch künftig weiter auseinander. Außerdem wird die demografische Entwicklung die Suche nach einem geeigneten Nachfolger schwieriger machen. Einer steigenden Zahl von Übergebern steht eine deutlich sinkende Zahl von potenziellen Nachfolgern gegenüber.Während sich die Übernahme durch Externe derzeit als schwierig gestaltet, hat die Neuregelung der Erbschaftsteuer viele Übernahmen innerhalb von Familien ausgebremst. Laut IHK-Erfahrung ist für 30 Prozent der Senior-Unternehmer die Erbschaftsteuer ein Hemmnis bei der Unternehmensnachfolge. „Die Voraussetzungen, nach denen Unternehmer sich ganz oder teilweise von der Erbschaftsteuer befreien können, sind fernab der betriebswirtschaftlichen Realität“, sagt Heinz Schmidt, Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein. „Die Politik ist aufgefordert, die Erbschaftsteuer zu überprüfen.“ Dringend geboten sei eine zeitnahe Anpassung der Regelung an die Erfahrungen der derzeitigen konjunkturellen Krise.

Nachfolger-Börse

Hierzu hat der DIHK eine gesetzliche Notfallklausel erarbeitet und den zuständigen Ministern vorgelegt. Kern des Vorschlags: Drastische Umsatzrückgänge des Unternehmens nach der Betriebsübergabe werden bei der Berechnung der Erbschaftsteuer berücksichtigt.Die Experten der Industrie- und Handelskammer unterstützen Unternehmen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Die IHK ist auch Regionalpartner der nexxt-change-Unternehmensbörse (www.nexxt-change.org). Dort können Unternehmer auf Nachfolgersuche ihr Anliegen und ihre Firma vorstellen. Im Gegenzug können sich dort Nachwuchskräfte präsentieren, die eine Firma suchen, um sie zu kaufen oder sich daran zu beteiligen. Umfassende Informationen zum Thema „Unternehmensnachfolge“ sind unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de zu finden. Im Fenster „Dokumentensuche“ die Nummer 225 eingeben.

(Redaktion)


 


 

Bert Mangels
Nachfolgeexperte der IHK Mittlerer Niederrhein

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