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Kienbaum-Studie „High Potentials"

Nachfrage nach High Potentials steigt trotz Krise

Trotz weltweiter Finanzkrise und rückläufigem Wirtschaftswachstum ist der Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Nachwuchstalenten weiter gestiegen. Zudem haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, die richtigen Top-Leute zu gewinnen. Während 2007 durchschnittlich 24 Absolventen, davon elf High Potentials, eingestellt wurden, planen Unternehmen in 2009 35 Absolventen, davon 23 High Potentials, zu rekrutieren.

Vor allem Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure, vorzugsweise mit den Abschlüssen Diplom, Master oder Promotion, sind gefragt. Allerdings können auch in diesem Jahr nicht alle vakanten Positionen besetzt werden: Bei 65 Prozent der Befragten kommen bis zu 25 Prozent der Wunschkandidaten nicht an Bord, mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer können bis zu 50 Prozent der Wunschkandidaten nicht erfolgreich rekrutieren. Vor allem qualifizierte Informatiker, Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler sind schwer zu gewinnen. „Natürlich hat die Krise Auswirkungen auf das Rekrutierungsverhalten der Unternehmen. Wer aber nachhaltig handeln kann, der versucht heute die Topleute für morgen zu gewinnen. Dies ist natürlich leichter, wenn der Wettbewerb um die Talente weniger wird, das Gleiche gilt für Employer Branding und Personalmarketingmaßnahmen: Wer jetzt investiert, hat in Zukunft einen Vorsprung mit seiner Arbeitgebermarke. Gleichzeitig erfordert es hohen Aufwand, eine vernachlässigte Marke wieder neu zu positionieren, wenn die Krise vorbei ist“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.

Um den Bedarf an High Potentials zu decken, richten 70 Prozent der Unternehmen ihr Angebot konsequent an den Erwartungen des Nachwuchses aus. 91 Prozent der Unternehmen bieten eigenverantwortliche Projektarbeit; mehr als zwei Drittel locken mit Weiterbildungsmaßnahmen, Persönlichkeitstrainings und Direkteinstieg. Dies sind Ergebnisse der Studie „High Potentials 2008/2009“, zum neunten Mal durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum. Im Rahmen der Studie hat Kienbaum 189 Konzerne und mittelständische Unternehmen befragt.

Erwartungen an High Potentials auf hohem Niveau

Die Unternehmen erwarten viel von High Potentials: Sie sollten durchschnittlich 26 Jahre alt sein, ihr Studium in acht bis zehn Semestern abgeschlossen haben und einen Notendurchschnitt von 1,8 oder besser vorweisen können. Dabei wird der Notendurchschnitt von der Mehrheit der Befragten (65 Prozent) fakultätsunabhängig bewertet, das heißt die Abschlussnoten der Bewerber werden unabhängig vom Leistungsgrad der jeweiligen Fakultät verglichen. Neben diesen Kriterien sind Praxiserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse für mehr als 60 Prozent unabdingbare Qualifikationen eines High Potential. Auch Fach- und Methodenkompetenz (44 Prozent) sowie Auslandserfahrung (38 Prozent) sind gefragt.

Die Studienteilnehmer legen ebenfalls hohen Wert auf die Persönlichkeit der High Potentials: So ist Eigenmotivation für 85 Prozent ein Muss, gefolgt von Lernbereitschaft, der Fähigkeit zur Selbstkritik und Belastbarkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt zudem Zielorientierung, Belastbarkeit, Flexibilität und Kontaktfähigkeit. Können die High Potentials diese Erwartungen nicht erfüllen, liegt das aus Sicht der Unternehmen oftmals an Selbstüberschätzung, mangelnder Fähigkeit zur Selbstkritik und einer zu hohen Anspruchshaltung.


 


 

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