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Arcandor: Politiker-Wut bei Quelle

Im Fahrwasser der Quelle-Insolvenz wird auch die Kritik an den beteiligten Politikern immer lauter. Im Fokus stehen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und sein CSU-Parteikollege Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Ihnen werfen Mitarbeiter und Betriebsrat vor, die Hände in den Schoß gelegt zu haben.

"Eine Insolvenz ist immer auch eine Chance auf einen Neuanfang", ließ sich Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Sommer noch zitieren. Heute klingen die Sätze für die knapp 10.000 Beschäftigten, die im Zuge der Quelle-Insolvenz ihren Job verlieren, wie blanker Hohn. Bis zuletzt hatte ein Großteil noch an den Einstieg eines rettenden Investors geglaubt. Doch nun scheint selbst die vom Land Bayern versprochene Transfergesellschaft plötzlich wieder auf der Kippe zu stehen.

Im Juni ließ sich Horst Seehofer nach Bewilligung des Massekredits in Höhe von 50 Millionen Euro noch als Retter des Quelle-Kataloges ablichten. Danach wurde es um den Ingolstädter aber merklich ruhiger und auch zu Guttenberg reiste durch die Lande und ätzte über große Firmen, die in Berlin um Staatsgelder bettelten, aber kaum tragfähige Konzepte vorlegen könnten. Gemeint waren damit vor allem die Quelle-Mutter Arcandor, der damalige Vorstandschef Karl-Gerhard Eick und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Konkrete Hilfe aus Berlin oder München - Fehlanzeige.

Görg wird nun von Mitarbeitern und Betriebsrat eine intransparente Informationspolitik und falsche Strategiewahl in der Insolvenz vorgehalten. Der Rechtsanwalt hatte bis zuletzt wertvolle Zeit vertan, in dem er sowohl Arcandor als auch Primondo als Ganzes erhalten wollen. Dafür müssen nun die Mitarbeiter büßen. Und auch jenen, die in die Transfergesellschaft geflüchtet sind, droht nun die Kündigung. Zur Stunde erklärt Görg den erbosten, verbitterten und enttäuschten Mitarbeitern in Fürth, wie es zum Quelle-Desaster kommen konnte.

(Redaktion)


 


 

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2 Kommentare

von Anonym
20.10.09 14:39 Uhr
Versagen auf der ganzen Linie

Die Politiker ,,retten " Banken mit Steuergeldern,und die Banken lassen Unternehmen kaputt gehen (siehe Factoring bei Quelle)also
Steuerzahler , ganz abgesehen davon das Steuerzahler Menschen sind die unverschuldet in die persönliche Katastrophe schlittern und die Politik steht daneben und sieht zu .Armes Deutschland mir wird schlecht. Und der Herr zu Guttenberg ist für mich das grösste nur noch nicht erkannte Übel und ich hoffe das Ihm auch irgendwann sein permanentes dauer Grinsen vergeht.

von RaRa
20.10.09 17:51 Uhr
Na und?

Über Quelle ist die Zeit hinweggegangen und diese späte Erkenntnis bezahlen jetzt Tausende mit ihrem Arbeitsplatz. Die Szenarien sind die gleichen, wie vor 15-18 Jahren im Osten. Aber damals waren die jetzt Jammernden natürlich noch voller Inbrunst von der schönen Marktwirtschaft überzeugt nicht wahr? Wenn es einen selber trifft, macht das Ganze natürlich keinen Spaß mehr, dann wird dem Staat vorgeworfen, untätig geblieben zu sein. So ein Unsinn; geht aus dem Markt und lasst es andere besser machen! Daher nur ein herzliches Schulterzucken aus den neuen Bundesländern. Lernt endlich dass, was wir schon längst können!

 

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