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Bundesweite Agentur (bga) zeigt erfolgreiche Unternehmerinnen

Top-Frauen arbeiten lieber selbstständig als angestellt - bundesweite gründerinnenagentur (bga) zeigt erfolgreiche Unternehmerinnen und warum sie lieber eigenverantwortlich als abhängig beschäftigt arbeiten – mit Erfolg: Neue Vorbilder für einen konstruktiven Wandel der Berufsrolle von Frauen

Frauen, die beruflich Karriere machen wollen, setzen mittlerweile eher auf die Gründung eines eigenen Unternehmens als auf eine Führungsposition als Angestellte im Top-Management: Laut dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung waren 2013 lediglich gut sechs Prozent der Vorstände in den Dax-30-Konzernen Frauen, in den Aufsichtsräten lag der Frauenanteil immerhin bei knapp 22 Prozent. Der Frauenanteil bei den Unternehmensgründungen hingegen liegt laut KfW-Gründungsmonitor 2013 bei 38,7 Prozent. Die geplanten Vorstöße der neuen Bundesregierung, den Anteil angestellter Managerinnen in den kommenden Jahren über eine gesetzlich verankerte Quote deutlich zu erhöhen, könnten von den Erkenntnissen der Gründungsforschung profitieren, denn hier wird deutlich, welche Rahmenbedingungen Karrierefrauen erwarten, wenn sie anspruchsvolle berufliche Positionen wahrnehmen.

„Die Gründungsstatistiken zeigen, dass Frauen in Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft längst eine tragende Rolle spielen. Immer mehr Frauen tun dies jedoch nicht als Angestellte, sondern indem sie ein eigenes Unternehmen
gründen oder eine Unternehmensnachfolge realisieren. Die Gründungsforschung legt nahe, dass für Frauen bei der Karriereplanung vor allem Aspekte wie Gestaltungsfreiheit und Selbstverwirklichung von zentraler Bedeutung sind. Viele Gründerinnen sehen diese in der beruflichen Selbstständigkeit oftmals leichter umsetzbar als in abhängiger Beschäftigung“, so Iris Kronenbitter, Leitung der bundesweiten gründerinnenagentur (bga).

Die bereits seit 2004 erfolgreich tätige bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist ein bundesweites Kompetenzzentrum, das Informationen, Beratungsdienstleistungen und Studien zur Unternehmensgründung, -expansion und -nachfolge von Frauen zur Verfügung stellt. 2009 wurde die bga in einem EU-weiten Wettbewerb von der Europäischen Kommission als europäisches Best Practice-Modell ausgezeichnet, da es in keinem anderen EU-Mitgliedsstaat eine vergleichbare Einrichtung gibt, die sowohl auf Bundes- wie auch auf Ebene der Bundesländer und in den Regionen Deutschlands aktiv ist. In ihren Unternehmerinnen-Galerien, einmal für Gründerinnen, einmal für Nachfolgerinnen, präsentiert die bga insgesamt über 50 Karrieremodelle und Geschäftsstrategien erfolgreicher Unternehmerinnen und Nachfolgerinnen aller Branchen.

Von wegen Frauen und Technik … MINT-Karrieren sind bei Frauengründungen im Kommen
Während das Institut der deutschen Wirtschaft errechnet hat, dass sich bis 2020 in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) eine Lücke von 426.000 Fachkräften auftun könnte, sind innovative, technologieorientierte und wissensbasierte Gründungen bei Frauen stark im Kommen. Schon mehr als die Hälfte der Studienanfänger in der Mathematik ist weiblich, in der Informatik hat sich der Anteil der Studienanfängerinnen auf den heutigen Höchststand von 22,5 Prozent verdoppelt. Dieser Trend schlägt sich auch in Unternehmensgründungen nieder. Zudem profitieren immer mehr Frauengründungen im Kommunikationssektor (15 Prozent) und im Dienstleistungssektor (40 Prozent) von der technologischen Entwicklung, da ein wachsender Bedarf nach Social Media sowie die Möglichkeit der Digitalisierung von Dienstleistungen neue Geschäftsfelder eröffnet.
Evelyn Bader zum Beispiel, eine Pionierin des Frauen-Tourismus aus Berlin, geht im eigenen Unternehmen unter technologischen Vorzeichen in Führung. Die Reiseveranstalterin vermarktet die Angebote von „WomenFairTravel“ ausschließlich im Internet und nutzt Online-Kommunikation für das Marketing und die Kundenbetreuung. „Frauen schätzen ein Hand-in-Hand auf Augenhöhe. Und meiner Erfahrung nach ist es sehr wichtig, dass wir Frauen uns, zum Beispiel durch die Gründung eigener Unternehmen, diese Umfelder schaffen“, so die Chefin von mehr als 40 freiberuflichen Reiseleiterinnen. Die 60.000 Euro Startkapital bekam die erfolgreiche Gründerin von den Banken problemlos für ihr durchdachtes Businesskonzept.

Anne-Christin Bansleben erschließt mit dem von ihr 2010 in Bernburg/Sachsen-Anhalt gegründeten Leder- und Designlabel deepmello wissenschaftliche Durchbrüche für die Konsumentenmärkte. Die promovierte Oecotrophologin hat ein umweltschonendes Verfahren entwickelt, bei dem zur Ledergerbung anstelle von Chemikalien der Extrakt der Rhabarberwurzel zum Einsatz kommt. „Ich hatte schon immer den Anspruch, dass aus meiner wissenschaftlichen Arbeit auch konkrete
Produkte erwachsen“, erklärt die 35-Jährige. Am eigenen Unternehmen schätzt sie, dass sie strategische Entscheidungen ohne komplizierte hierarchische Abstimmungsprozesse eigenständig treffen und umsetzen kann.

Unternehmerisch etwas bewirken zu wollen und dies in der Hightech-Branche, ist auch der Antrieb für die Chemikerin Monika Lelonek. Sie hob 2007 den Nanotechnologie-Start-up SmartMembranes als Teamgründung aus der Taufe, der poröse Membranen mit Nanostruktur entwickelt, die in der Industrie zur Filterung von Wasser, Luft oder anderen Stoffen eingesetzt werden können. „Ich hatte schon immer einen Hang zu unternehmerischen Fragestellungen. Deshalb ist die Möglichkeit, meine Ideen im eigenen Unternehmen umsetzen zu können, für mich sehr reizvoll“, sagt Lelonek.

Das Handwerk – Basis des Mittelstands: der Weg von der unterstützenden Gattin zu „Meisterin“ und Chefin im eigenen Betrieb
Auch im Handwerk ist die Präsenz von Frauen in Führungspositionen stark gestiegen. So hat sich laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Zahl der erfolgreich von Frauen abgeschlossenen Meisterprüfungen innerhalb des letzten Jahrzehnts auf heute 20 Prozent verdoppelt. Bei den Handwerksgründungen liegt der Frauenanteil sogar bei 25 Prozent – eine Quote, von der viele Arbeitgeber im Hinblick auf weibliche Führungskräfte noch weit entfernt sind. 2014 wird das Handwerk mit seinen rund fünf Millionen Beschäftigten maßgeblich zum konjunkturellen Aufschwung in Deutschland beitragen. So rechnet der ZDH mit Umsatzsteigerungen von zwei Prozent und einem Beschäftigtenzuwachs von 25.000 Mitarbeitern.

„Im eigenen Betrieb habe ich viele Entscheidungsfreiheiten“, sagt etwa Jana Brenner, die vor elf Jahren im Alter von 24 Jahren von ihrem Großvater im baden-württembergischen Calw einen Fachbetrieb für Blechbearbeitung und übernahm und seitdem erfolgreich in vierter Generation führt. Die gestandene Handwerkerin legte schon während der Ausbildung die Messlatte hoch und bestand nach ihrer auf ein Jahr verkürzten Ausbildungszeit die Gesellinnenprüfung als Innungssiegerin. Als Chefin von 14 Mitarbeitern steht sie auf der Baustelle ihre Frau und setzt ganz auf kooperative Führung, indem sie Betriebsabläufe transparent gestaltet und ihre Angestellten in Planungsprozesse einbindet.

Die Möglichkeit, Führung und Gestaltungsfreiheit miteinander zu verbinden, war auch für Kristina Markovic ein wesentlicher Antrieb, ihre Karriere 2009 im Alter von 27 Jahren unter den Vorzeichen der Selbstständigkeit in Angriff zu nehmen. Die FH-Diplom-Ingenieurin der Architektur konzipiert von Marburg aus die Einrichtung von Geschäfts- und Privaträumen, entwirft Lampen und Möbelstücke und zeigt auf ihrem Blog, wie man mit Restbeständen aus dem Haushalt stylische Dekorationen selbst basteln kann. „Ich habe bei der Einrichtung neuer Immobilien die komplette Bauleitung, koordiniere alle Gewerke und kümmere mich um die gestalterischen Details“, schwärmt die Freiberuflerin über ihren abwechslungsreichen Arbeitsalltag, in dem sie die Rolle der Chefin mit ihren kreativen Neigungen verbinden kann.

„30 Prozent der Beschäftigten im Handwerk sind bereits Frauen. Mit unserer Roadshow ‚Meine Zukunft: Chefin im Handwerk’ zeigen wir Frauen die sehr guten Karriereoptionen und berufliche Weiterentwicklungen auf, die die Gründung eines
Handwerksbetriebs oder auch eine Nachfolge in diesem Bereich bieten“, so bga-Leiterin Iris Kronenbitter.

Weibliche Vorbilder verändern gerade bei Unternehmensnachfolgen das Verständnis von Führung und Karriere
„Wenn man wie ich in einem Familienunternehmen aufwächst, bekommt man das Unternehmer-Gen wahrscheinlich mit auf den Lebensweg. Ich wollte schon immer bestimmen, wo es langgeht“, sagt Anita Freitag-Meyer. Sie trat 2006 im Alter von 36 Jahren die Nachfolge ihres Vaters in der Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag im niedersächsischen Verden an. Die Unternehmerin gehört zu einer neuen Generation von Führungsfrauen, die in ihrer Chefinnen-Rolle nicht bevormunden möchten, sondern ganz auf gutes Beziehungsmanagement setzen. Führung bedeutet für sie, dass ihre Tür offen steht, sie geschäftliche Entwicklungen transparent mit den Beschäftigten bespricht und ein offenes Ohr hat – eine Offenheit, die sich in vielen Führungsetagen erst langsam zu entwickeln beginnt.

„Frauen sind sich immer stärker bewusst, dass sie als Chefin die Rahmenbedingungen in der Wirtschaft positiv beeinflussen können und zukünftig und nachhaltig werden. Als Angestellte stoßen sie aktuell noch an gläserne Decken. Als Unternehmerinnen hingegen haben sie die Chance, mehr selbst zu gestalten. Mit den Portraits erfolgreicher Gründerinnen und Nachfolgerinnen möchte die bundesweite gründerinnenagentur diese Unternehmerinnen öffentlich sichtbar machen und würdigen und ihnen eine Plattform geben, sich selbst und ihre berufliche Profession zu präsentieren. Dafür haben wir die Gründerinnen-Galerie, wie auch die Rubrik „Nachfolgerin im Fokus“ sowie unsere Wanderausstellung erstellt. Über diese Vorbilder können auch Frauen mit anspruchsvollen beruflichen Ambitionen für Unternehmensgründungen oder -Nachfolgen mobilisiert werden, da die Gründung eines eigenen Unternehmens oder eine Unternehmensnachfolge die besten Voraussetzungen bietet, den eigenen Berufsweg mit größtmöglicher Freiheit zu gestalten“, so bga-Leitung Iris Kronenbitter.

www.gründerinnenagentur.de
Über 50 erfolgreiche Gründerinnen und Nachfolgerinnen in Wort und Bild Unter www.gründerinnenagentur.de > Mediathek > Gründerinnen-Galerie
www.gründerinnenagentur.de > Unternehmensnachfolge > Nachfolgerin im Fokus bietet die bundesweite gründerinnenagentur (bga) aktuell mehr als 50 Portraits erfolgreicher Unternehmerinnen aus Branchen wie der Kreativwirtschaft, dem Technologie- und Wissenschaftssektor, dem Dienstleistungsbereich und dem Handwerk, wobei Beispiele aus allen Bundesländern zu Gründungen wie zu Unternehmensnachfolgen verfügbar sind. Die Regionalverantwortlichen der bga, die in allen Bundesländern präsent sind, unterstützen Journalistinnen und Journalisten auf Anfrage gerne bei der Suche nach weiteren Unternehmerinnen, die für Reportagen, Portraits oder die allgemeine Wirtschaftsberichterstattung als Gesprächspartnerinnen zur Verfügung stehen.

Kontakt:
bundesweite gründerinnenagentur (bga)
Haus der Wirtschaft
Willi-Bleicher-Str. 19
70174 Stuttgart
Tel.: 0711 123 2532
Fax: 0711 123 2556
[email protected]
www.gruenderinnenagentur.de

Über die bundesweite gründerinnenagentur (bga)
Die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist ein deutschlandweites Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen mit branchenübergreifenden Angeboten zu Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Die bga ist Ansprechpartnerin für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien sowie für Gründerinnen und Übernehmerinnen. Die bga bündelt Kontakte und Informationen zu Expertinnen und Experten, Studien, Beratungseinrichtungen und Netzwerken in ganz Deutschland und wurde von der Europäischen Kommission als europäisches Erfolgsmodell ausgezeichnet. Die bga wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

(Redaktion)


 


 

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