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Gesundheitspolitik

PVS: Gesundheitspolitik gefährdet 500.000 Arbeitsplätze

Rund eine halbe Million Arbeitsplätze der ca. 4 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen sind akut gefährdet. Zu diesen alarmierenden Zahlen gelangt die bundesweit tätige Privatärztliche Verrechnungsstelle BW (PVS) in einer aktuellen Prognose der Arbeitsplatzentwicklung im deutschen Gesundheitswesen.

Der Abbau geht nach Berechnungen der PVS quer durch die Gesundheitslandschaft der rund 127.000 niedergelassenen Ärzte, 83.000 Zahnärzte, 21.500 Apotheken, 2.200 Krankenhäuser und rund 250 Krankenkassen sowie weiteren Leistungserbringern und Kostenträgern und nicht zuletzt den Pharmaherstellern.

"Jeder zehnte Arbeitsplatz in der deutschen Wirtschaft ist im Gesundheitswesen. Ein Kollaps des Gesundheitssystems wäre nicht nur katastrophal für die medizinische Versorgung der Bevölkerung, sondern auch für den Arbeitsmarkt", erklärt PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert. Während der derzeitige Abschwung in der Automobilbranche und der Industrie in erster Linie den Folgen der Finanzkrise zuzuschreiben seien, nennt der PVS-Experte die Krise im Gesundheitswesen "hausgemacht von der heimischen Politik". Den zum 1. Januar in Kraft tretenden Gesundheitsfonds stuft Weinert als "Brandbeschleuniger für den Niedergang der deutschen Gesundheitswirtschaft" ein. Den Krankenkassen drohe schon für 2009 ein milliardenschweres Defizit, rund 40 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Deutschland seien in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet.

"20 Prozent aller deutschen Arztpraxen gehören heute schon den Banken. Daher ist es kein Wunder, das immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte zur Eröffnung einer Praxis bereit sind und ins Ausland abwandern. Leidtragender der medizinischen Versorgungslücke ist die Bevölkerung", erläutert Dr. Peter Weinert. "Es wird der Politik schwer fallen, den Menschen zu vermitteln, dass sie ab 1. Januar 15,5 Prozent ihres Bruttolohnes in den Gesundheitsfonds einzahlen und sich gleichzeitig mit einer dramatischen Verschlechterung des Gesundheitswesens abfinden müssen", meint der Gesundheitsexperte.

Die Privatärztliche Verrechnungsstelle BW hat es sich daher für das neue Jahr vor allem zur Aufgabe gemacht, die Wirtschaftlichkeit ihrer Mitglieder zu stärken. Hierzu ist für 2009 die Einführung des ersten Benchmarkingverfahrens für Arztpraxen in Deutschland geplant. Damit könnten niedergelassene Ärzte erstmals an einem bundesweiten Vergleich teilnehmen, der die Wirtschaftlichkeit und damit auch die langfristige Perspektive ihrer Praxis analysiert. "Mit dem Benchmarking hoffen wir dem Arbeitsplatzverlust zumindest bei den rund 127.000 niedergelassenen Ärzten entgegenzuwirken und damit auch zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung beizutragen", erklärt PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert.

Die bundesweit tätige Privatärztliche Verrechnungsstelle BW (www.pvs-bw.de) versteht sich als Beratungs- und Serviceorganisation für die Ärzteschaft in Deutschland. Sie hilft sowohl niedergelassenen Ärzten als auch den in Kliniken beschäftigten Ärzten sowie Krankenhausträgern dabei, ihre Wirtschaftlichkeit zu stärken. Hierzu unterstützt die PVS Ärzte vor allem in betriebswirtschaftlichen Fragen, vom Rechnungswesen über das Praxismarketing bis zum Schulungsangebot der PVS Akademie. Die Wirtschaftlichkeit von Arztpraxen und Krankenhäusern stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilität der ärztlichen Versorgung in Deutschland dar. Die PVS steht unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. med. Jörg-Michael Kimmig. Hauptgeschäftsführer ist Dr. Peter Weinert.

(ots / Björn Godenrath )


 


 

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