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Arcandor: Görg nach Quelle-Desaster in der Kritik

Nachdem sich der Schock über die plötzliche Liquidation des Traditions-Versandhauses Quellein der vergangenen Woche ein wenig gelegt hat, rückt Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in den Mittelpunkt der Kritik. Gewerkschaften und Politiker werfen ihm vor, mutwillig Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet zu haben.

ver.di-Handelsexperte Johann Rösch ging am Wochenende sogar weiter und forderte ein verändertes Insolvenzrecht. "Es kann nicht sein, dass ein Verwalter nur die Interessen der Gläubiger wahrnimmt. Auch die Arbeitnehmer müssen ein Wort mitreden können", so der Funktionär. Görg ist in seiner Rolle als Insolvenzverwalter zunächst dazu verpflichtet, die Interessen der Quelle-Gläubiger zu vertreten.

Nun wird vermutet, dass eine Zerschlagung von Quelle für diese attraktiver sei. Görg selbst hatte am vergangenen Dienstag zugegeben, Quelle an einen Investor verschenken zu wollen und obendrein noch eine Millionensumme draufzulegen. Geld, was den Gläubigern gefehlt hätte. Nun drängeln aber schon die Handelskonkurrenten, um das große Quelle-Geschäft zu zerlegen. So will das Hamburger Versandhaus Otto das Osteuropa-Geschäft und Teile der Primondo-Spezialversender übernehmen, eine Investorengruppe hat zudem Interesse an einer abgespeckten Quelle (wir berichteten). Heute laufen die Verhandlungen weiter.

Gerade dieses Interesse könnte für den gebeutelten Großraum Nürnberg-Fürth ein Rettungsanker sein. Bis zu 400 Arbeitsplätze könnten nach Medienberichten erhalten werden. Insolvenzverwalter Görg will hingegen noch keine offizielle Anfrage erhalten haben und mahnt die Interessenten, sich "bald zu rühren". Nürnbergs Wirtschaftsreferent. Dr. Roland Fleck kritisierte bereits das abwartende Verhalten Görgs: "Vorsichtig formuliert beschleicht einen das Gefühl, dass die Ausverkaufsstrategie der Insolvenzverwaltung nicht gerade die Chancen fördert, zumindest Teile der Quelle weiterzuführen", sagte er den Nürnberger Nachrichten.

(Redaktion)


 


 

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3 Kommentare

von Quelle MA
26.10.09 12:02 Uhr
Bravo!

Keine Worte,....
Aus unternehmerischer Sicht eine sehr gute Leistung von Herrn Görg.
Mit Primondo hätte er den Gläubigern ein Minus von 50 Mio. beschehrt, aber mit der Liquidation und Verkauf der einzelnen Bereiche ein Plus mit vielen X-en.
Ist ja klar, sonst würde ja nichts mehr für Herrn Görg übrig bleiben.

Man könnte auch von Bestechungsgelder sprechen. Alles! Aber bestimmt nicht sozial und zukunftsausgerichtet! Junge Familien wurden jetzt schon zerstört bevor sie etwas aufbauen konnten.

Spiegelbild unsere Gesellschaft! Man o Man,....

von Konzernmitarbeiter
26.10.09 13:23 Uhr
der Falsche wird fertig gemacht

Herr Görg ist nicht schuld am Desaster des Konzerns. Hätten Middelhof, Schickedanz und der Aufsichtsrat (in dem übrigens 50 % Arbeitnehmervertreter sitzen) mehr Sorgfalt walten lassen, hätte Herr Görg gar keinen Job bei Arcandor und seinen Töchtern.
Bei der Suche eines "schnellen" Schuldigen, der gar keiner ist, werden leider die echten Schuldigen (Middelhof, Urban und Konsorten) vergessen.

von tiergartennbg
09.11.09 17:05 Uhr
Karstadt warte nur ein Weichen...

Karstadt warte nur ein Weilchen
dann kommt Görg auch zu euch
mit den kleinen Hackebeilchen
macht er Schabefleisch aus euch.

Was Görg mit der Quelle gemacht hat war eine Unverschämtheit.
Zuletzt hat er sogar den Namen "Quelle" vekauftt, sodass 150 Küchen -Quelle -Mitarbeiter auch noch auf der Straße sitzen.
Ich bin gespannt was er noch so anstellt .

 

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