Sie sind hier: Startseite Mittelfranken Aktuell Kommentar
Weitere Artikel
Kommentar

Otto: Was tun mit Quelle?

Nach wie vor ist unklar, wie die Hamburger Otto-Group mit den Markenrechten des insolventen Versandhändlers Quelle weiter verfahren will. Auf der Homepage der Fürther prangt nach wie vor nur die Weiterleitung zu Otto.

Zunächst schien Otto mit dem Erwerb der Quelle-Markenrechte ein großer Wurf gelungen zu sein. Otto wollte den aufgrund der Insolvenz zwar angeschlagenen, aber noch guten Ruf des insolventen Fürther Versandhändlers für sich nutzen und die Kunden gleich im Gesamtpaket übernehmen. Dies jedoch gelang nicht, denn die EU-Kartellbehörde genehmigte den Namenskauf erst Mitte Februar – und auch das nur unter Auflagen.

So ist nun, ein knappes halbes Jahr nach der Quelle-Insolvenz, immer noch nichts passiert. Ehemalige Quelle-Kunden (und auch sonst jeder) können sich online für einen Newsletter registrieren, durch den sie erfahren sollen, wie es mit der Marke Quelle weitergeht. Laut Thomas Voigt, Unternehmenssprecher der Otto-Gruppe, sei die Reaktivierung der Quelle-Website nur der erste Schritt zur Wiederbelebung der Marke.

Und so wirbt Otto auf der Quelle-Webseite auch weiterhin mit dem vollmundigen Versprechen: „Bald geht es weiter.“ Wie, weiß derzeit niemand. Will Otto wieder einen eigenen Quelle-Onlineshop auf die Beine stellen? Wird es wieder einen Quelle-Katalog geben? Was passiert mit Privileg? Erst in den kommenden Wochen will Otto nach Auskunft eines Unternehmenssprechers über die Zukunft der Marke entscheiden. „Wir haben keine Eile“, sagte er.

Das klang jedoch auch schon einmal anders. Noch im Januar verkündete Otto-Vorstandssprecher Rainer Hillebrand im Hinblick auf eine seinerzeit noch ausstehende Genehmigung des Markenkaufs durch die EU-Kommission: „Durch diese Verzögerungen werden enorme Werte vernichtet. Wir hoffen, dass die Entscheidung jetzt rasch fällt. Das ist wie bei verderblicher Ware. Der Name und die Kundenkontakte verlieren jeden Tag an Wert.“

Nun ist möglicherweise bereits der Zenit überschritten und auch der Wert der Marke Quelle und der dazugehörigen Kundendatenbank hat die in der Wirtschaftskrise viel beschworene „Talsohle“ erreicht. Otto hat deshalb vermutlich tatsächlich keine Eile mehr, was die Weiterverwendung der Markenrechte des Fürther Versandhändlers angeht. Natürlich stellt sich dennoch die Frage, was damit weiterhin passiert. Diesem Punkt dürfte auf der To-Do-Liste der Otto-Manager derzeit jedoch nicht gerade die höchste Priorität eingeräumt werden.

(Redaktion)


 


 

otto
quelle
arcandor
insolvenz
markenname
rechte
markenrechte
verwendung
kundendatenbank
shop
online-shop

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "otto" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: