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Kolumne

Abrechnung von Reparaturkosten markengebundener Werkstätten

Immer mittwochs gibt die Kanzlei DR KREUZER & COLL Tipps zu aktuellen Rechtsfragen.

Der Geschädigte darf grundsätzlich seiner Schadensberechnung die Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen. Bei diesen handelt es sich grundsätzlich um die Kosten, die für den Geschädigten erforderlich sind, um den an seinem Fahrzeug erstandenen Schaden zu beseitigen. Grundsätzlich steht es dem Geschädigten jedoch frei, ob und wo er den Schaden beheben lässt und somit, auf Basis welcher Stundenverrechnungssätze die Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden.

Der Fall

Der Kläger ist Halter eines drei Jahre alten Fahrzeuges, welches er stets in seiner markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen. Nach einem Unfall macht der Kläger die dort anfallenden Reparaturkosten, die ein von ihm beauftragter Gutachter ermittelt hat, fiktiv geltend. Die Versicherung des Schädigers verweist den Kläger auf die freie Werkstatt XY, die die Reparatur zu einem günstigeren Tarif vornehmen kann und leistet nur in dieser Höhe Ersatz.

Die Rechtssprechung des BGH:

Der BGH (Az.: VI ZR /09) hat entschieden, dass ein Geschädigter seiner (fiktiven) Schadensberechnung grundsätzlich die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen darf, die ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. Will die Versicherung den Geschädigten auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne Weiteres zugänglichen „freien Fachwerkstatt“ verweisen, muss diese darlegen und ggf. beweisen, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht. Zudem ist eine solche Verweisung trotz allem dann unzumutbar, wenn das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt noch nicht älter als drei Jahre war oder der Geschädigte nachweisen kann, dass er sein Fahrzeug bisher stets in der markengebundenen Fachwerkstatt reparieren hat lassen ( BGH VI ZR 337/09).

KREUZER-TIPP

Grundsätzlich muss der Schädiger beweisen, dass die freie Fachwerkstatt frei zugänglich ist und die Reparatur technisch Gleichwertigkeit ist. Der Geschädigte kann im Rahmen seiner sekundären Darlegungslast aber die Unzumutbarkeit nachweisen.

(Andreas Riedl)


 


 

Rechtsfragen
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Andreas Riedl
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