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Rettungspaket

„Cash ist nicht mehr fesch“ – was bedeutet die Zypernkrise für deutsche Sparer?

Dass Geld eine flüchtige Angelegenheit ist, hat sich in den letzten Monaten und Jahren immer wieder bewahrheitet. Zuletzt anlässlich der Zypernkrise, die nun in letzter Minute abgewendet scheint. Hier hat die EU – wieder einmal – ein Rettungspaket geschnürt, das den maroden Staatshaushalt sanieren und vor dem Bankrott bewahren soll.

Von 10 Milliarden Euro ist die Rede, die teilweise von den Zyprern selbst, teilweise vom Internationalen Währungsfond gestemmt werden sollen. In diesem Zug war noch letzte Woche über eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben diskutiert worden, die ganz besonders Kleinanleger hart getroffen hätte. Zwar sollen nun – nach Willen der EU-Finanzminister – Kleinsparer verschont bleiben, doch ganz vom Tisch ist das Thema noch nicht. Zyprische Kontoinhaber, die bei der Bank of Cyprus oder der Laiki Bank Guthaben von mehr als 100.000 Euro angespart haben, müssen wohl mit schweren Verlusten rechnen. Jetzt schon ist es so gut wie unmöglich, auf das eigene Geld zuzugreifen, an den Geldautomaten der beiden großen Banken sind Barabhebungen von lediglich 100 Euro möglich.

Vertrauenskrise auch in Deutschland?

Dass wieder einmal das Vertrauen in Banken massiv erschüttert wird, wird auch bei deutschen Sparern und Anlegern Spuren hinterlassen. Denn immerhin war die teilweise Zwangsenteignung sämtlicher Sparer zumindest ins Auge gefasst worden – wer weiß, was im Falle einer Krise also alles tatsächlich möglich ist. Wer bei einer Bank Guthaben oder Spareinlagen zu verzeichnen hat, der ist im Grunde nichts anderes, als ein Gläubiger seiner Bank und trägt somit – bei einer Bankenpleite – ein nicht unerhebliches Risiko, einen Teil oder auch sein gesamtes Erspartes zu verlieren. Ein Rechtsanspruch auf die EU einheitliche Sicherungsgrenze von 100.000 Euro für Bankguthaben besteht nämlich nicht.

Was lernen deutsche Sparer also aus der Zypernkrise? Zunächst einmal mag es ratsam sein, seine Guthaben auf mehrere Banken zu verteilen, da diese Sicherungsgrenze pro Kreditinstitut gerechnet wird. Ein simpler Trick, der – sofern die staatlichen Zusagen eingehalten werden – großen Schaden abwenden kann. Auch sollte darauf geachtet werden, in welchem Land die Bank, in der Einlagen getätigt werden, ihren Sitz hat. Und statt auf inzwischen unsicheres Tages- oder Festgeld zu setzen, bieten Aktien und Anleihen größere Sicherheit. Diese werden von den Banken nämlich nur verwahrt, ähnlich wie Wertsachen im Schließfach nur aufbewahrt werden. Genau hinsehen heißt es auch bei der Altersvorsorge, da etliche Versicherungsunternehmen ihre Kundengelder teilweise in Bankschuldverschreibungen investiert haben.

Und so scheint nun das neue Motto zu gelten „Cash ist nicht mehr fesch“, wie der Leiter des Portfoliomanagement bei Finet Asset Management, Frank Huttel, es so treffend formuliert.

(FN)


 


 

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