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Trotz Quelle-Insolvenz: „Die Chancen in der Krise nutzen.“ – Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck blickt ins neue Wirtschaftsjahr 2010

Ein verhalten-optimistischer Grundtenor charakterisiert den Neujahrsausblick von berufsmäßigem Stadtrat Dr. Roland Fleck. Der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg und Geschäftsführer des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg geht durchaus mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr.

„Die Verunsicherung der Menschen aufzugreifen, diese wieder in Vertrauen umzuwandeln und gleichzeitig nachhaltige Orientierung geben, das sind die zentralen Aufgaben insbesondere für die Wirtschaftspolitik im neuen Jahr 2010. Angesichts der Folgen von Finanzmarktkrise, Rezession der Realwirtschaft sowie Fällen des konjunktur -unabhängigen Scheiterns von einzelnen Unternehmen wie beispielsweise Quelle gehen viele Menschen mit mulmigen Gefühlen in 2010. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte erzeugt zudem eine Schieflage bezüglich der Verantwortung für künftige Generationen“, so Fleck.

Alle großen Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren ein gesamtwirtschaftliches Wachstum für 2010, das in einer Spanne von 1,2 bis 2 Prozent liegt. „Doch von dem sich ankündigenden Aufschwung werden nicht alle Unternehmen in Nürnberg gleich profitieren – zumindest in 2010 noch nicht“, vermutet der Wirtschaftsreferent. „Ich sehe hier vielmehr zwei Lager: Auf der einen Seite können exportorientierte Unternehmen mit anziehender Konjunktur ihre Produktion wieder ausweiten und Kurzarbeit abbauen. Alle anderen Unternehmen werden in 2010 noch die Investitionszurückhaltung der deutschen Industrie spüren. Denn bevor Unternehmen investieren, müssen viele ihre Bilanzen sanieren“, fasst Dr. Roland Fleck seine Einschätzung zu der differenzierten Lage zusammen, die er aus seinen Kontakten mit hiesigen Unternehmen und Verbänden gewonnen hat.

„Der leichte Aufschwung in 2010 wird den Arbeitsmarkt noch nicht entlasten. Dem Instrument der Kurzarbeit, der flexiblen Arbeitszeitgestaltung durch Arbeitszeitkonten in den Unternehmen und dem erwarteten Fachkräftemangel ist es bisher zu verdanken, dass die aktuelle Arbeitslosigkeit im Raum Nürnberg (6,0 Prozent im Dezember 2009 im Bezirk der Arbeitsagentur Nürnberg) – trotz der Insolvenz von Quelle/Primondo – immer noch deutlich geringer ist als zum Beispiel im Dezember 2006. Da betrug die Arbeitslosigkeit noch 7,9 Prozent. Kurzarbeit ist für die Unternehmen jedoch auch ein Kostenblock und Überstundenkonten sind irgendwann abgebaut. Ich fürchte, dass es sich nicht alle Unternehmen leisten können, auch zukünftig ganz auf Entlassungen zu verzichten,“ schätzt Fleck die Entwicklung am Nürnberger Arbeitsmarkt in 2010 ein.

(Redaktion)


 


 

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