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SEPA

Fristverlängerung für die Umstellung auf den europäischen Zahlungsverkehr

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Umstellungsphase auf den europäischen Zahlungsverkehrsraum SEPA („Single Euro Payments Area“) um sechs Monate zu verlängern. Mit der Maßnahme will die Kommission das Risiko von Unterbrechungen und Zahlungsausfällen im nationalen und internationalen Zahlungsverkehr reduzieren.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte zum Beginn des kommenden Monats der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum verbindlich eingeführt werden. Derzeit geht die EU-Kommission jedoch davon aus, dass längst nicht alle Unternehmen, Institutionen und andere Betroffene die nötigen vorbereitenden Maßnahmen umgesetzt haben und die SEPA-Umstellung noch nicht problemlos erfolgen kann.

Formal bleibt der 1. Februar 2014 weiterhin der Stichtag. Mit der zusätzlichen sechsmonatigen Übergangsfrist sollen nun auch die letzten Unternehmen die Möglichkeit erhalten, die Umstellung bis zum 1. August 2014 sicher umzusetzen. Spätestens ab dem Zeitpunkt müssen alle Zahlungen unter der Verwendung der einheitlichen europäischen Formate IBAN und BIC erfolgen. Michel Barnier, der EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, betonte in einer am 9. Januar 2014 veröffentlichten Pressemitteilung, er habe mehrfach gewarnt, dass die Umstellung zu langsam voranschreite. Er appelliere noch einmal an die Mitgliedsstaaten ihre Verpflichtungen zu erfüllen und die SEPA-Umstellung zu intensivieren. Eine weitere Verlängerung werde es nicht geben, so Barnier.

Der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum SEPA erstreckt sich über 33 Länder – das sind die EU-Mitgliedsstaaten, sowie Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Island und Norwegen – mit insgesamt mehr als 500 Millionen Einwohnern und mehr als 20 Millionen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bundesverband deutscher Banken Alarm geschlagen und die Lage als „besorgniserregend“ bezeichnet. Der Verband rief Vereine und Unternehmen, darunter besonders kleine und mittelständische Firmen auf, die Umstellung von Überweisungen und Lastschriften auf den europäischen Zahlungsverkehr (SEPA) nicht länger aufzuschieben.

Die Bundesbank appelliert an Marktteilnehmer, die SEPA-Umstellung konsequent fortzusetzen

Kreditwirtschaft, Unternehmen, öffentliche Institutionen und Vereine hätten bereits „erheblichen Aufwand betrieben“, um die Einhaltung des Stichtags 1. Februar 2014 sicherzustellen. Zwar habe die Bundesbank in den vergangenen Wochen hervorgehoben, dass in Deutschland noch viel zu tun sei, sei man zuversichtlich gewesen, dass das gesteckte Ziel erreicht werden könne, sagte Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. „Der bereits betriebene Umstellungsaufwand war nicht vergeblich, da SEPA definitiv kommt“, so Thiele weiter. Der Vorschlag der Europäischen Kommission dürfe keinesfalls dazu führen, dass die Marktteilnehmer in ihren Migrationsvorbereitungen verunsichert werden. „Ich appelliere an alle Marktteilnehmer, ihre SEPA-Projekte konsequent fortzusetzen und an einer Umstellung zum 1. Februar 2014 festzuhalten“, sagte Thiele. Zudem müssten die konkreten Auswirkungen des Vorschlages der Europäischen Kommission analysiert und mit allen Beteiligten im deutschen Zahlungsverkehrsmarkt erörtert werden.

Die in der Deutschen Kreditwirtschaft zusammengeschlossenen Spitzenverbände haben den Vorschlag der EU-Kommission, die Umsetzungsfrist auf die SEPA-Zahlverfahren um sechs Monate zu verlängern, nach eigenen Angaben mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Demnach „wäre eine Fristverlängerung nicht notwendig gewesen, bringe aber Erleichterungen für diejenigen Unternehmen und Vereine, bei denen es mit der Umstellung auf die neuen SEPA-Verfahren zum 1. Februar 2014 möglicherweise knapp geworden wäre“. Wichtig sei, dass die Betroffenen die Fristverlängerung nutzen und schnellstmöglich auf SEPA umstellen.

Die Banken und Sparkassen seien seit mehreren Jahren auf SEPA vorbereitet. Sie stellten sich weiterhin auf den Termin am 1. Februar 2014 zur SEPA-Umstellungen ein. Zusätzlich dürften sie nun nach Inkrafttreten des Kommissionsvorschlags noch Zahlungen im nationalen Zahlungsformat von Firmenkunden, die den Termin Februar 2014 nicht halten können, für weitere sechs Monate annehmen, heißt es in der Pressemitteilung der Spitzenverbände.

Verbraucher hätten zudem eine verlängerte Übergangszeit bis 2016, um sich an die neuen europäischen Zahlverfahren zu gewöhnen. Daran ändere sich nichts.

Der Vorschlag der EU-Kommission kann in Kraft treten, wenn das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat diesem zustimmen.

(Redaktion)


 


 

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