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Siemens erwägt Ausstieg aus der Kernkrafttechnologie

Die Kooperation zwischen Siemens und dem russischen Atomkonzern Rosatom könnte platzen. Statt der gemeinsamen Schaffung eines Giganten im Kernenergiesektor denkt Siemens über den Ausstieg aus der Atomwirtschaft nach.

Im März 2009 unterzeichnete Vorstandschef Peter Löscher eine Absichtserklärung „Über die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens im Bereich der Kerntechnik“ gemeinsam mit dem russischen Staatskonzern Rosatom. Zusammen wollten sie weltweit als führender Anbieter für den Bau von Atomkraftwerken auftreten.

Nach der Katastrophe in Japan ist jedoch alles anders. Bei Siemens wird laut über den Ausstieg aus der Kernenergiegewinnung nachgedacht. So könnte das russisch-deutsche Großprojekt schon vor der Gründung zu Grabe getragen werden. Das wirtschaftliche Potential des Atomgeschäfts hat sich deutlich verringert. Vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen auf der Welt will Siemens der alternativen Energiegewinnung den Vorzug geben und sein Engagement in diesem Bereich weiter ausbauen. Im Moment wohl ein klarer Gewinn für Image und Aktienkurs .

Zwar ist die Kernenergie derzeit stark in Verruf geraten, jedoch gibt es auch Stimmen die eine „nuklearen Renaissance“ vorhersagen, wie die Beratungsfirma Arthur D. Little in einer Studie. Aktuell seien 60 Blöcke im Bau, 500 weitere seien Planung. Das ergibt ein Marktpotenzial von 2,2 Billionen Euro. Deutsche Firmen können laut der Studie mit einem „kumulierte(n) Umsatz von heute bis 2030 von 42 Milliarden Euro“ rechnen.

In den letzten Jahren hat sich Siemens gerne als grünes Unternehmen dargestellt und plant für die Zukunft einen neuen Umwelt-Sektor. Neben den bestehenden drei Siemens-Säulen „Industrie“, „Energie“ und „Gesundheit“ soll ein vierter Sektor „ Infrastruktur & Städte“ entstehen. Als Kunden könnten Städte in Frage kommen, die ihre Umweltstatistik dringend verbessern wollen. Ein Engagement in der Atomwirtschaft passt zu derartigen Bestrebungen natürlich nicht. Die Zukunft wird zeigen auf welche Pferde Siemens setzt, ob der Konzern weiter ergrünen wird oder/und doch weiter das wirtschaftliche Potential der Kernkraft abschöpfen will.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von May Figuroa
13.06.11 14:17 Uhr
Atomausstieg

Es geht den Energiekonzernen immer nur um ihr Einkommen. Sie denken nie an die Natur, Hauptsache sie bekommen ihr Geld. Nun reden die Kraftwerkbetreiber davon, dass nicht ausreichend Elektrizität produziert würde ohne die Kraftwerke, aber das ist erneut nur eine Ausrede um den Atomausstieg zu bremsen. Auch die Regierung will den Kraftwerksbossen entgegenkommen, indem sie den Kraftwerkbetreibern die Erlaubnis erteilen, die Stromkontingente der sieben Kraftwerke, die sofort ausgeschaltet werden sollen, auf neuere Meiler zu überschreiben. Ich finde die großen Firmen und die Politiker sollten nicht nur auf ihren Profit achten, sondern mehr auf die Umwelt. Ich werde weiterhin gegen die Atomkraft vorgehen.

 

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