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Schmiergeld

Neuer Korruptionsfall bei Siemens

Siemens selbst hat Schmiergeldzahlungen in Kuwait aufgedeckt und die Münchner Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Zwei dort tätige Manager wurden festgenommen, gegen einen weiteren liegt ein Haftbefehl vor.

Der Siemens Konzern gerät erneut in Bedrängnis durch Bestechungsvorwürfe. Wie die Financial Times Deutschland (Freitagsausgabe) berichtete, hätten die Siemens Manager Anfang 2011 mit hochrangigen Mitgliedern des Ministeriums Schmiergeldzahlungen verabredet. Schon 2010 vergab das kuwaitische Energie- und Wasserministerium mehrere Aufträge an Siemens, unter anderem für Umspannwerke und Aufrüstungen bestehender Werke. Die Schwarzgeldvereinbarungen sollten die Zusammenarbeit auch für die kommenden Jahre sichern.

Ende 2008 erst hatte Siemens eine Einigung bei der vergangen Korruptionsaffäre erzielt. Mit den deutschen Behörden und den USA hatte man sich auf Geldbußen von insgesamt einer Milliarde Euro verständigt. In den Jahren 2000 bis 2006 wurden rund 1,4 Milliarden Euro an Schmiergeldern gezahlt. Nach diesem Skandal gelobte Siemens Besserung. Konzern-Chef Peter Löscher betonte immer wieder: „Siemens steht für saubere Geschäfte - immer und überall.“ Um dies zu gewährleisten baut Siemens seit 2007 eine interne Compliance -Abteilung auf, die dubiose Vorgänge verhindern soll und fairen Wettbewerb sichern soll. Siemens beschäftigt dafür derzeit weltweit rund 600 Anwälte. 

Diese Abteilung war es nun auch, die den drei Managern auf die Schliche kam. Bevor Gelder flossen, konnte Siemens die Herren erfassen und fristlos kündigen. Der Konzern hat unverzüglich die Münchner Staatsanwaltschaft informiert. „Die Siemens-Compliance-Abteilung hat wohl festgestellt, dass im Unternehmen der Verdacht auf Korruption besteht und hat sich umgehend und eigenständig bei uns gemeldet”, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger der Nachrichtenagentur dapd. „Dabei ist es zu Haftbefehlen und Verhaftungen gekommen.” Weitere Einzelheiten können noch nicht bekannt gegeben werden, die Ermittlungen stünden erst am Anfang.

(Redaktion)


 


 

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