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Ski- und Snowboardunfälle

Wintersportler schätzen Risiken falsch ein

Acht von zehn Wintersportlern glauben, dass auf vereisten Strecken besonders viele Unfälle passieren – und liegen damit falsch. Tatsächlich sind schlechte Schneeverhältnisse nur für jeden vierten Skiunfall verantwortlich. Die meisten Stürze und Verletzungen ereignen sich bei besonders guten Bedingungen. Mehr als 60 Prozent der Wintersportler verunfallen auf Abfahrten mit Pulver- oder Kunstschnee. Der Grund: Je besser die Schnee- und Sichtverhältnisse, desto schneller und risikofreudiger sind die Ski- und Snowboardfahrer unterwegs. Viele überschätzen dabei ihr Können. Es kommt daher häufiger zu Stürzen, als wenn die Hänge vereist sind und die Menschen dementsprechend vorsichtig fahren. Das hat die „Deutscher-Ring-Winterstudie“ ergeben.

Unfallgefahr auf einfachen Pisten wird unterschätzt

Nicht nur gutes Wetter führt bei vielen Wintersportlern zu Übermut. Auch als einfach gekennzeichnete Pisten animieren Ski- und Snowboarder zu unvernünftiger Fahrweise. Für die „Pistenrowdys“ endet die Fahrt jedoch oft mit einem Sturz: Etwa ein Drittel aller Unfälle ereignen sich auf den leichten Abfahrten. „Die meisten Wintersportler haben zwar genügend Respekt vor schweren Pisten und fahren beispielsweise an unübersichtlichen Abschnitten nur halb so schnell wie sonst. An leichten Hängen unterschätzen sie die Gefahren aber häufig deutlich“, warnt Jens Christian Berggreen, Sicherheitsexperte beim Deutschen Ring. „Nur etwa jeder zehnte Wintersportler stuft das Unfallrisiko auf einfachen Pisten angemessen ein und fährt entsprechend vorsichtig. Dabei sollte die Sicherheit auf jeder Piste immer an erster Stelle stehen.“

Ungeübte Fahrer besonders gefährdet

Dabei sind es gerade ungeübte Fahrer, die häufig stürzen. Denn weniger routinierte Wintersportler haben noch kein Gefühl für ihr Tempo und ihr Fahrvermögen. Hinzu kommt, dass bei Einsteigern vor allem kurz vor Ende eines langen Skitages die Kräfte nachlassen und damit auch die Konzentration sinkt. Der Grund: Die Mehrheit der Ski- und Snowboard-Anfänger bereitet sich nicht ausreichend auf den Winterurlaub und die damit verbundene sportliche Herausforderung vor.

Sicher unterwegs: Ski-Unfällen vorbeugen

„Wer unverletzt aus dem Winterurlaub zurückkehren möchte, sollte sich daher ausreichend darauf vorbereiten“, so der Sicherheitsexperte vom Deutschen Ring. „Dazu gehört beispielsweise ein im Vorfeld absolviertes Fitnessprogramm sowie Aufwärmübungen kurz vor dem Start. Doch nicht nur die eigene körperliche Fitness ist wichtig, das Material muss ebenfalls in einwandfreiem Zustand sein. Regelmäßige Sicherheits-Checks sind deshalb unbedingt notwendig, damit sich beispielsweise eine zu lockere Bindung nicht plötzlich bei der Fahrt öffnet. Auch das Tragen eines Schutzhelms ist zu empfehlen, denn es verringert das Risiko von Kopfverletzungen sowohl für geübte als auch ungeübte Fahrer erheblich“, erläutert Jens Christian Berggreen.

Sicherheitstipps: So lassen sich Unfälle vermeiden

- Sportliche Vorbereitung: Wer vor Antritt des Skiurlaubs regelmäßig Sport treibt, steigert die Ausdauer und sorgt für bessere Konzentration auf der Piste.
- Sicherheitsvorkehrungen bei eigenem Material: Entweder schon zu Hause oder direkt vor Ort von Service-Stationen überprüfen lassen. Dazu gehört ebenso das regelmäßige Kantenschleifen, wie das Festziehen der Bindung.
- Sicherheitsvorkehrungen bei Leihskiern: Bei der Angabe von Gewicht und Können ehrlich sein. Denn nur dann können die Servicemitarbeiter das passende Material bereitstellen.
- Gut Aufwärmen: Jeden Morgen bevor es auf die Piste geht, ausreichend Aufwärmübungen machen und so möglichen Verletzungen vorbeugen.
- Ausreichender Schutz: Ein Helm schützt bei Stürzen vor gefährlichen Kopfverletzungen.
Auch bei gutem Wetter und in ausgelassener Runde immer daran denken: Sicherheit geht vor!
Über die „Deutscher-Ring-Winterstudie“
Die Studie ist Teil einer panelbasierten Internet-Befragung von 4.293 aktiven alpinen Schneesportlern ab 16 Jahren, bei der das Fahrverhalten und die Risikoeinstellung von Wintersportlern in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Luxemburg und Kroatien untersucht wurden. Die Studie wurde von den Deutscher Ring Versicherungsgesellschaften und der Bâloise-Gruppe in Auftrag gegeben und von August bis November 2009 vom I-Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität St. Gallen durchgeführt.

(Redaktion)


 


 

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