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  • 28.02.2009, 08:25 Uhr
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  • Mittelfranken
Straßenkreuzer

Sprachrohr für Menschen in sozialer Not

Wer mit offenen Augen durch die Nürnberger Innenstadt läuft, begegnet ihnen mehrfach: den Verkäufern des Straßenkreuzers. Der gleichnamige Verein Straßenkreuzer e.V. verhilft Menschen in sozialer Not zu einer beruflichen Perspektive. Mittelfranken.business-on.de stellt ihnen das Konzept des Vereins vor und lüftet das Geheimnis, was den Straßenkreuzer mit der TV-Show Deutschland sucht den Superstar (DSDS) verbindet.

Am Samstagabend entscheidet sich, ob es Vanessa Neigert ins Finale schaffen wird: Mit ihrer guten Stimme hat sich die 16-jährige Nürnbergerin bis in die Endrunde der aktuellen DSDS-Staffel gesungen. Auch ihr Vater Franz Josef Schmitt nutzt das Potenzial seiner Stimme, allerdings auf einem ganz anderen Gebiet: Der 48-jährige ist Verkäufer der Zeitschrift Straßenkreuzer, und macht Passanten in der Nürnberger Innenstadt lautstark auf die neueste Ausgabe aufmerksam.

Berufliche Perspektiven für Menschen in sozialer Not

Seit dem Jahr 1994 hilft der Verein Straßenkreuzer e.V. Menschen, die in sozialer Not leben, sich selbst zu helfen. Dazu gibt der Straßenkreuzer etwa alle zwei Monate die gleichnamige Zeitschrift heraus, die dann Verkäufer in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung unter die Leute bringen. Die Verkäufer des Straßenkreuzers – das sind häufig Menschen, die von Hartz IV leben – können die Zeitschrift für 70 Cent erwerben und für 1,60 Euro an Passanten weiterverkaufen. So bleiben pro Heft 90 Cent als Verdienst für die Verkäufer.

Im Magazin selbst kommen insbesondere kritische sowie soziale Themen wie Mindestlohn oder Arbeitslosigkeit zur Sprache. Auch persönliche Schicksale stehen im Mittelpunkt, sowie das von Franz Josef Schmitt. Der Hochseilartist hat dank des Straßenkreuzers nun wieder festen Boden unter den Füßen.

Vom Seiltänzer zum Straßenkreuzer 

In schwindelerregender Höhe zeigt Franz Josef Schmitt anspruchsvolle Drahtseilakte: Der heute 48jährige ist in einer Zirkusfamilie groß geworden, der Tanz auf dem Seil war für ihn daher schlicht Alltag. Heute hier, morgen da: mit seiner Familie reiste er durch ganz Europa, eine Schule hat er jedoch nie besucht. Lesen und Schreiben gehören daher nicht zu seiner Welt. Seine beruflichen Aussichten außerhalb der Zirkusmanege sind dementsprechend schlecht. Der Lebensunterhalt eines Artisten steht jedoch immer auf wackeligen Beinen. Deshalb arbeitet Schmitt gerade im Winter für den Straßenkreuzer. So hat er ein regelmäßiges Einkommen und eine geregelte Aufgabe, die Freude bereitet. Die Arbeit als Verkäufer gefällt ihm inzwischen so gut, dass er auf eine Festanstellung hofft.

Ehrenamtlich und professionell

Inzwischen engagiert der Straßenkreuzer im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen bereits rund 50 regelmäßige Verkäuferinnen und Verkäufer. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Im Vertrieb, Vorstand und der Redaktion engagieren sich hauptsächlich ehrenamtliche Mitarbeiter. Ziel des Straßenkreuzers ist es, mithilfe eines hochwertigen und professionellen Printprodukts, Menschen in sozialer Not eine gesellschaftliche und soziale Perspektive zu geben und sie wieder ins Gespräch mit anderen zu bringen.

(Redaktion)


 

 

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