Sie sind hier: Startseite Mittelfranken Aktuell News
Weitere Artikel
Stellenabbau

Siemens: Ärger um Stellenstreichungen spitzt sich zu

Wie gestern bekannt wurde, will Siemens trotz positiver Zahlen deutschlandweit 2.000 Stellen streichen, davon 300 im mittelfränkischen Erlangen. Betriebsrat und IG Metall werfen dem Unternehmen nun eine Salamitaktik vor.

Die Perspektive des Unternehmens und die Situation der Belegschaft stünden in einem krassen Widerspruch, kritisierte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Lothar Adler die Pläne des Konzerns. „Die imageträchtig skizzierte strahlende Zukunft verwirklicht Siemens nicht, indem man ständig Beschäftigte vor eine ungewisse Zukunft stellt“, sagte er. Die Gewerkschaft IG Metall fürchtet indes eine „Salamitaktik“, bei der nach und nach auch durch Verkäufe von Unternehmensanteilen in Deutschland immer mehr Siemens-Arbeitsplätze wegfallen.

Die Kritik zielt auf die profitable Hörgerätetochter SAT, die von Finanzinvestoren umworben wird. Der Konzern will zum Verkauf der Sparte bereits in knapp vier Wochen eine Entscheidung treffen. An SAT ist derzeit etwa das Schweizer Unternehmen Synthes interessiert – als Kaufpreis sind zwei Milliarden Euro im Gespräch. Es sei das Personal, das die jüngsten Rekordgewinne erwirtschaftet habe, und deshalb brauche Siemens-Chef Peter Löscher eine neue Gesamtstrategie für die Beschäftigten in Deutschland, so Sibylle Wanker, die für die IG Metall im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt.

Nachdem Löscher bereits im Jahr 2008 im Schulterschluss mit Gewerkschaft und Betriebsrat ein Abbauprogramm für 18.000 Stellen in Vertrieb und Verwaltung durchdrücken konnte, verschärft sich die Tonlage im Konzern nun spürbar. Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bezeichnete die Sparpläne als „Hiobsbotschaft“. Dennoch zeigte er gleichzeitig Verständnis für die Entscheidung des Managements. Der Fall zeige, dass die realen Auswirkungen der Wirtschaftskrise erst jetzt auf dem Arbeitsparkt durchschlügen, sagte Seehofer am vergangenen Donnerstag in Brüssel.

Löscher und seine Vorstandskollegen sind indes bemüht, die Abbaupläne als punktuelle Streichungen zu erklären, zu denen die Weltwirtschaftskrise sie zwinge. Ein Großteil der Arbeitsplätze, die bis zum Jahr 2012 abgebaut werden sollen, gehe auf das Konto eines anhaltenden Einbruchs wichtiger Abnehmerbranchen wie dem Maschinenbau, sagte der Chef des Siemens-Industriesektors Heinrich Hiesinger. Auch im Vorjahr hat der Konzern weltweit bereits 13.740 Arbeitsplätze abgebaut, davon 2.800 Stellen in Deutschland.

(Redaktion)


 


 

siemens
stellenstreichungen
arbeitsplätze
jobs
löscher
peter löscher
wirtschaftskrise
industriesektor

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "siemens" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: