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Steuersünder

Was man bei der Selbstanzeige beachten muss

Auch eine nachträgliche Selbstanzeige kann sinnvoll sein

business-on.de: Das Finanzamt kündigt einem Unternehmen eine Buchprüfung an. Ist eine Selbstanzeige jetzt noch möglich?

Heinz Joachim Maier, Kanzlei Förderer, Keil & Partner:Generell gilt: Wenn den Finanzbehörden die Steuerhinterziehung schon bekannt ist, sieht das Gesetz trotz Selbstanzeige keine Straffreiheit vor.

Ist bei Firmen bereits durch Bekanntgabe einer rechtmäßigen Prüfungsanordnung die Betriebsprüfung angeordnet, ist die Selbstanzeige nicht mehr strafbefreiend.

Sie ist ebenfalls unwirksam, wenn ein Steuersünder schon über die Einleitung eines Straf- oder Bußgeldverfahrens wegen Steuerhinterziehung informiert wurde.

Trotzdem kann auch in dieser Situation eine Selbstanzeige oder die Kooperation mit dem Fiskus noch sinnvoll sein, um etwa die Strafe abzumildern.

business-on.de: Was folgt für den Betroffenen auf die Selbstanzeige?

Heinz Joachim Maier, Kanzlei Förderer, Keil & Partner: Bei bis zu 50.000 Euro hinterzogenen Steuern in einem Jahr muss nur der hinterzogene Betrag zuzüglich Zinsen in Höhe von sechs Prozent nachgezahlt werden.

Beträgt der hinterzogene Betrag über eine Million Euro, müssen Steuersünder außerdem mit einer Haftstrafe rechnen. Bei Beträgen über 50.000 Euro und unter einer Million Euro verlangt der Fiskus in der Regel eine Strafzahlung von fünf Prozent der hinterzogenen Steuersumme zusätzlich zur Nachzahlung der hinterzogenen Steuern.

business-on.de: Wer muss besonders aufpassen?

Heinz Joachim Maier, Kanzlei Förderer, Keil & Partner:Generell ist Steuerhinterziehung immer eine Straftat, die entsprechende Konsequenzen nach sich zieht. Nicht immer löst eine Selbstanzeige alle Probleme.

Aufpassen müssen dabei unter anderem Berufsgruppen wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sowie Beamte: Ihnen drohen bei einer Selbstanzeige auch disziplinar- oder berufsrechtliche Konsequenzen.

Wichtig ist auch: Gehört ein Konto mit unversteuertem Geld einem Ehepaar, müssen beide eine Selbstanzeige stellen. Es genügt nicht, wenn sich nur einer der beiden Depotinhaber anzeigt.

Über Heinz Joachim Maier

Heinz Joachim Maier, Rechtsanwalt, Steuerberater und Fachanwalt für Steuerrecht, ist seit 1997 Partner der Saarbrücker Kanzlei Förderer, Keil & Partner.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Handels- und Gesellschaftsrecht, im Umwandlungs- und Umwandlungssteuerrecht, im Steuerstrafrecht sowie in der Gestaltung von Unternehmens- und Vermögensnachfolgen.

Die Kanzlei Förderer, Keil & Partner ist Mitglied bei HLB Deutschland, einem Netzwerk unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften.

(Redaktion)


 


 

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