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Stress

Würze des Lebens oder Zivilisationsplage?

Sechs Buchstaben bestimmen unser heutiges Lebensgefühl „STRESS“. Und es scheint nicht nur unser subjektives Gefühl zu sein. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Stress die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.

Über Tausende von Jahren hat sich der Mensch vom Jäger und Sammler zum Mitglied einer modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft entwickelt. Zahllose Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen unser Leben. Soziale Wertesysteme haben sich verändert oder befinden sich noch immer im Wandel. Neue Medien haben in kürzester Zeit unseren Alltag erobert.

Der menschliche Körper aber funktioniert und reagiert noch immer wie zu Beginn der Menschheitsgeschichte. In besonders fordernden, bedrohlichen oder gefährlichen Situationen bereitet sich der Körper des Menschen auf Flucht oder Angriff vor. Kurzfristig werden alle verfügbaren Kraftreserven mobilisiert, um dem Körper die Energie zur Verfügung zu stellen, die er benötigt, um zu flüchten oder angreifen zu können. Gleichzeitig werden Körperfunktionen, die in einer solchen Situation nicht zwingend nötig sind, auf ein Minimum reduziert. Für unsere steinzeitlichen Vorfahren war diese körperliche Reaktion von elementarer Bedeutung: es war eine Reaktion für den Notfall und sicherte das Überleben. Auch in der heutigen modernen Welt treten oft Situationen auf, die zu Gefühlen von Überforderung, Bedrohung und Angst führen.

Hektik im Alltag

In allen Lebensbereichen werden wir zunehmend von Informationen und Wahlmöglichkeiten überflutet. Gesellschaftliche, ökonomische und technische Veränderungen laufen immer schneller ab. Das dichte Zusammenleben in Großstädten, die Belastung durch Lärm und Umweltverschmutzung, die Dauerreizüberflutung und eine allgegenwärtige Hektik strömen auf uns ein.

Neben den beruflichen Anforderungen und dem erhöhten Leistungsdruck ist auch die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, in den letzten Jahren stetig angestiegen.Die Anforderungen des Alltags, der Familie und des Berufs sind oft kaum miteinander zu vereinbaren. Wie die Steinzeitmenschen reagieren auch wir Digitalzeitmenschen auf fordernde, bedrohliche oder gefährliche Situationen mit Bereitstellung von Energie. Doch während unsere Vorfahren die bereitgestellte Energie auf der Flucht oder beim Angriff einsetzen konnten, fehlen uns diese Möglichkeiten.

Die Flucht nach vorne antreten?

Wir können selten mit Flucht oder Angriff reagieren. Wir können nach den gültigen Regeln unserer Gesellschaft weder unseren Vorgesetzten oder unsere Arbeitskollegen körperlich angreifen, noch aus einer Sitzung flüchten, wenn sie nicht so verläuft, wie wir es uns vorstellen.

Wer es trotzdem tut muss mit einschneidenden Folgen rechnen und wer von etwas „davonläuft“, gilt als schwach, nicht konfliktfähig, nicht belastbar. Uns fehlen also die Möglichkeiten, um Energie, die in Situationen von Überforderung, Bedrohung und Angst produziert wird, abzubauen.

Dadurch bleibt die Energie in unserem Körper bestehen. Der Übergang in die Entspannung wird verzögert oder gar ganz verhindert, wenn die bedrohliche Situation länger andauert. Wenn eine Notfallreaktion zur Dauerreaktion wird, brennen irgendwann irgendwo im Körper die Sicherungen durch.

Dauerstress führt zu einer ganzen Reihe von körperlichen und psychischen Symptomen bis hin zu manifesten Erkrankungen. Die wichtigsten sind erhöhter Blutdruck, erhöhte Cholesterinwerte, erhöhte Zuckerwerte, Herzkreislauferkrankungen (Herzinfarkt), Diabetes, Panikattacken, Depressionen.

Was dem Steinzeitmenschen das Leben gerettet hat, kann für uns im aller schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

Laut einer Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse empfinden acht von zehn Deutschen ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerdruck. Bereits jeder Fünfte leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen. Stressfaktor Nummer eins ist der Job mit Hetze und Termindruck. Dies schlägt sich auch in hohen Fehlzeiten nieder: Eine aktuelle Statistik der KKH-Allianz benennt in 2010, dass Fälle von Burn-Out um bis zu 46 Prozent, bei Männern sogar um 73 Prozent angestiegen sind.


 


 

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Elvira Buckard

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