16.03.2010  12:45 Uhr

Strompreise
Strom wird in den kommenden Wochen für jeden fünften Haushalt teurer

Berlin. Die Preiserhöhungen beim Strom reißen nicht ab. Nachdem bereits im ersten Quartal des Jahres zahlreiche Versorger ihre Preise angehoben haben, wird der Strombezug bei vielen weiteren Unternehmen in den kommenden Monaten teurer.

So planen nach aktuellen Auswertungen des unabhängigen Verbraucherportals www.toptarif.de mindestens 74 regionale Stromversorger Preiserhöhungen im April und Mai von durchschnittlich 5,9 Prozent. Betroffen von der anstehenden Teuerungswelle beim Strom ist etwa jeder fünfte Haushalt in der Bundesrepublik. "Seit Jahresbeginn haben bereits mehr als 320 Unternehmen ihre Strompreise verteuert oder entsprechende Erhöhungen in den kommenden Wochen angekündigt", erklärt Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de. "Diese Preiserhöhungen bei mehr als einem Drittel aller regionalen Versorger zeigen, dass der langjährige Aufwärtstrend bei den Strompreisen auch in diesem Jahr bislang weiter anhält."

Teurer wird es im April und Mai unter anderem für etwa vier Millionen Haushaltskunden bei fünf Regionaltöchtern des größten deutschen Energieversorgers E.ON und für rund 900.000 private Abnehmer beim größten ostdeutschen Regionalversorger enviaM. Auch in Großstädten wie Oberhausen, Würzburg, Chemnitz, Mönchengladbach und Erfurt sind Preiserhöhungen bei den jeweiligen Stadtwerken geplant. In Leipzig hingegen sinkt der Strompreis im April entgegen dem Trend auf Grund reduzierter Netzentgelte. Insgesamt steigen die Strompreise für rund 8 Millionen Haushalte. Mit Blick auf die angekündigten Preiserhöhungen muss ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom mit durchschnittlichen Mehrkosten von 56 Euro rechnen.

In der Spitze klettern die Stromkosten sogar um bis zu 13,5 Prozent bzw. 119 Euro. Viele Versorger begründen die anstehende Preisrunde mit den höheren Kosten, die sich aus der verstärkten Förderung der erneuerbaren Energien ergeben und die im Rahmen der seit Januar vereinheitlichten EEG-Umlage an die Kunden weitergegeben werden. "Auffällig ist allerdings, dass die Preise bei rund 60 Unternehmen seit Jahresbeginn gesunken sind", so Bohg. "Die unterschiedliche Preisgestaltung bei den Stromversorgern zeigt, dass einige Unternehmen bereits jetzt in der Lage sind, die wesentlich günstigeren Beschaffungskosten des vergangenen Jahres an ihre Kunden weiterzugeben. Hier sind die Stromkonzerne in der Pflicht, ihre privaten Kunden möglichst bald an der preiswerten Beschaffung teilhaben zu lassen und die Endpreise spürbar zu senken."

Von der aktuellen Situation am Strommarkt profitieren vor allem neue Anbieter. Während regionale Versorger ihre Strommengen meist über mehrere Jahre verteilt einkaufen, erfolgt die Beschaffung bei den Wettbewerbern häufig kurzfristig. Dementsprechend können sie ihren Strom aktuell zu wesentlich günstigeren Konditionen anbieten. "Wer seinen Stromanbieter vergleicht und sich für den Wechsel zu einem günstigeren Versorger entscheidet, der kann seine Stromkosten in der Regel um 15 bis 20 Prozent reduzieren. Je nach Anbieter lassen sich so mehrere Hundert Euro im Jahr sparen."


 

(Redaktion)

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