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SERC 2008

Studenten programmieren sich durch das Mittelalter

Vergangenes Wochenende fanden in Nürnberg die südwesteuropäischen Programmiermeisterschaften statt. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb - zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in Deutschland - vom Lehrstuhl für Programmiersysteme an der Uni Erlangen-Nürnberg. Das Qualifikationsturnier zur WM in Stockholm stand unter dem Motto "Enter the Middle Ages".

Insgesamt drei Studenten-Teams aus der Region stellten sich den kniffligen Aufgaben und mussten unter anderem lösen, wie ein Ritter - ohne neuzeitliches Navigationsgerät ausgestattet - auf kürzestem Weg zu einem Turnier gelangen kann. Die Studenten hatten sich schon Monate vorher auf die internationalen Meisterschaften vorbereitet. „Man sollte viel Spaß daran haben, sich mit komplexen Problemstellungen auseinander zu setzen“, erklärte Peter Kranz (21), Informatik-Student im fünften Semester.

Die internationalen Wettkämpfer mussten sich vor ihrer Reise nach Nürnberg in universitären oder landesweiten Ausscheidungen behaupten, um sich dann beim Treffen der „Crème de la Crème“ der südwesteuropäischen Informatik- und Mathematik-Studenten mit der Konkurrenz messen zu können. Insgesamt 56 studentische Dreierteams aus 29 Universitäten waren am Wochenende in Nürnberg zu Gast.

Mittelalter bereitet Kopfzerbrechen

Die Aufgaben waren durchweg recht knifflig und zeichneten sich trotz der ungewöhnlichen Thematik durch einen hohen Praxisbezug aus. So mussten die Studenten den optimalen Standort für Wegeposten zur Zollerhebung herausfinden, eine Frage, die auch beim Bau der Autobahnmautsysteme eine Rolle spielte. Thomas Ritscher (22), Student der Informations- und Kommunikationstechnik im siebten Semester, erklärte: „Wir mussten das Problem von der Mittelalter-Frage erst vollständig abstrahieren. Erst dann konnten wir das Problem lösen.“ Nach einer Stunde Wettkampf hatten erst fünf Teams das erste Problem gelöst. Zur Belohnung und zur besseren Nachverfolgung durch die Zuschauer wurde am Rechner ein bunter Luftballon befestigt. Während bei anderen Wettkämpfen schnell ersichtlich ist, wer vorne liegt, ist das bei der Arbeit am Rechner nicht so leicht auszumachen.

Schnell wurde der Wettkampfraum aber immer bunter und farbenfroher. Am Ende gewann das Team „agregpower“ von der ENS Lyon, das sich damit für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Stockholm qualifizierte. Es folgten zwei Teams aus Barcelona (UPC). Das beste deutsche Team auf Platz 4 kommt aus Erlangen und durfte sich immer noch über eine Goldmedaille freuen, die es bei der Siegerehrung von Tobias Werth (27), wissenschaftlichem Mitarbeiter in der Erlanger Informatik und Chef-Organisator des Wettbewerbs, entgegen nehmen konnten.

Auf nach China 2010!

Tatkräftige Mithilfe erhielten die Organisatoren bei der logistisch aufwändigen Veranstaltung - knapp 40 Rechner für Juroren und Server mussten transportiert und installiert werden - von IBM, SAP, T-Systems, Atos Origin, Novell, Accenture sowie dem Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg. Der Wettbewerb im nächsten Jahr wird erneut in der Region ausgerichtet. Die Universität Erlangen-Nürnberg organisiert 2009 das deutsche Qualifikationsturnier zur WM 2010 in China.

(Redaktion)


 


 

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