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Task-Force will GM über Finanzierungsbedingungen informieren

Im Verkaufsprozess für den angeschlagenen Autohersteller Opel hat sich die «Opel-Task-Force» der Bundesregierung und der Länder mit Opel-Standorten bei ihrer Sitzung am Montag offenbar mit Forderungen der Opel-Mutter General Motors (GM) beschäftigt. Wie im Anschluss an die Sitzung aus dem Bundeswirtschaftsministerium verlautete, seien von dem Gremium Informationen vorbereitet worden, die GM angefordert hatte. Im Kern gehe es dabei um die Finanzierungsbedingungen des Konzeptes des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna. Nun sei wieder GM am Zug, hieß es weiter.

Zuvor hatte Ministeriumssprecher Steffen Moritz erneut klargestellt, dass die Entscheidung über den Erwerber des Autoherstellers Opel in den USA und nicht in Deutschland fällt. «Es ist vor allen Dingen die Bewertung von General Motors, auf die es jetzt ankommt», sagte Moritz vor der Sitzung der «Opel-Task-Force». Die überarbeiteten Angebote Magnas und des belgischen Finanzinvestors RHJ International richteten sich in erster Linie an den Opel-Mutterkonzern, bei dem die Entscheidung liege.

Der Opel-Chefunterhändler von GM, John Smith, hatte zuletzt betont, dass bislang noch keine Einigung zwischen GM und Magna getroffen worden sei. Bevor von einer Vereinbarung mit Magna gesprochen werden könne, müsse zunächst der Verwaltungsrat von GM dem Angebot den Vorzug geben. Anschließend müsse die Opel-Treuhand dieser Entscheidung noch zustimmen. Zugleich hatte er gesagt, dass die Bundesregierung noch die Bedingungen für das Finanzierungspaket darlegen müsse. Dann erst könne der GM-Verwaltungsrat entscheiden.

Gegen einen Einstieg von RHJ wandte sich erneut der Opel-Betriebsratsvorsitzende und Vize-Aufsichtsratschef Klaus Franz. «Ein Finanzinvestor als Mehrheitseigner ist die schlechtere Lösung als ein industrieller Investor», erklärte er. Dieser sei «mehr an einer kurz- bis mittelfristigen Rendite interessiert als an einem langfristig angelegten Unternehmenskonzept».

Zudem habe RHJ «keine Kompetenz» in der Automobilindustrie und sei daher bei einem Zuschlag auf das Management von GM angewiesen, das das Mutterunternehmen in den Konkurs geführt habe.

Weiter erklärte Franz, dass das RHJ-Konzept Einsparungen nur aufseiten der Beschäftigten vorsehe. «Die Umsatzseite bleibt unterbelichtet, die bisherige Strategie von GM wird unkritisch übernommen», sagte er. Zudem habe RHJ keinen Plan für Verkaufsstrategien und -potenziale, für neue Absatz- und Wachstumsmärkte. Derweil kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, den Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Opel-Verkauf. Im Deutschlandfunk sagte er, dass es richtig sei, dass Merkel wie in Russland in der vergangenen Woche für den Standort Deutschland werbe. Seiner Ansicht nach ist es aber falsch, dass sie sich «so intensiv, zum Beispiel wie beim Fall Opel, fast schon als Verkäuferin des Unternehmens profiliert». Das sei nicht ihre Aufgabe. Hier überschreite der Staat seine Grenzen. Merkel solle für den Standort Deutschland werben, auch für ausländische Investoren. Allerdings sollte sie nicht Unternehmen verkaufen.

Merkel hatte in der vergangenen Woche betont, ihre «klare Präferenz» gelte Magna, das Opel mit Hilfe der staatlichen russischen Sberbank übernehmen will.

Quelle: ddp

(Redaktion)


 


 

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