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Preiserhöhung

VAG: Fahrkarten werden teurer

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Die Nürnberger Verkehrsaktiengesellschaft erhöht die Tarife für Einzeltickets, aber auch für Monatskarten spürbar. Bis 2015 steigen die Preise um bis zu 30 Prozent.

Die drastische Preiserhöhung, die schrittweise bis ins Jahr 2015 vollzogen wird, betrifft vor allem vier bestimmte Fahrkarten im Stadtgebiet: Der Preis für eine Einzelfahrkarte erhöht sich von derzeit 2,10 Euro auf 2,70 Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 29 Prozent in den nächsten vier Jahren. Das Jahresabo verteuert sich in besagtem Zeitraum von jetzt 44,20 Euro monatlich auf 57,50 Euro, also um satte 30 Prozent. Die Preise für die beiden Monatskarten Solo 31 und Mobi-Card 31 steigen ebenso. Das Solo 31-Ticket wird um 23 Prozent teurer. Anstatt  55,90 müssen die Kunden künftig 69 Euro dafür bezahlen. Der Preis für die viel genutzte Mobi-Card 31 steigert sich sogar um 30 Prozent. Künftig kostet sie 82,80 Euro anstatt der derzeitigen 63,90 Euro.

Die Verkehrsbetriebe führen für die Tariferhöhung einen eigenen „Stadttarif Nürnberg“ ein. Das Unternehmen begründet die spürbare Preissteigerung mit ernormen Einnahmenlücken. So stimmte auch der Aufsichtsrat mehrheitlich zu. Die VAG beauftragte in der Vergangenheit zwei Beratungsfirmen um die Finanzierungslücken zu schließen. Daraufhin wurde bereits die Mitarbeiterzahl von 2.350 auf 1.800 reduziert. Aufgrund eines Vergleichs mit privaten Betrieben wurden auch die Löhne für Fahrerinnen und Fahrer gesenkt, wie der Vorstandsvorsitzende Herbert Dombrowsky mitteilte. Als zweite Maßnahme wird nun die von den Beratern vorgeschlagene Tariferhöhung umgesetzt. Für die Verkehrsbetriebe bedeutet das, bezogen auf die Tarifzone zwei, Mehreinnahmen von 13,9 Millionen Euro. Dennoch wäre die VAG damit nicht einmal unter den teuersten Verkehrsbetrieben. Der künftige Vorstandsvorsitzende Josef Hasler verweist hier auf einen Tarifvergleich mit 16 deutschen Großstädten.

Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Christian Vogel kann die Entscheidung der VAG nachvollziehen: „Der angekündigte Preissprung im öffentlichen Nahverkehr ist sehr hart. Wir müssen aber zugeben, dass es nicht viele Alternativen zu diesem Schritt gibt. Die Personal- und Energiekosten für die Leistungen der VAG fast rund um die Uhr sind immens und steigen stetig. Nimmt die VAG nicht mehr Geld ein, müsste sie ihr Angebot reduzieren, was auch niemand will". Weiter verwies er darauf, dass ohne die Preiserhöhung die Verluste der Stadt an anderer Stelle kompensiert werden müssten, zum Beispiel bei Schulen oder Kindergärten. Die öffentliche Kritik wird trotzdem nicht ausbleiben. Gerade sozial schwächere Gesellschaftsschichten werden durch die gravierende Preissteigerung extrem belastet.

(Redaktion)



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Bild Nr. 1 © N-ERGIE AG


 

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