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Wirtschaft in Erlangen

Wirtschaft in Erlangen: Die Hugenottenstadt als Hochburg modernster Medizintechnik

Bereits zu Zeiten der frühen Industrialisierung erlangte die Wirtschaft der Stadt Erlangen Bedeutung über die Region hinaus. Neben der Landwirtschaft und dem lokalen Handwerk wurde in Erlangen hauptsächlich Bier produziert. Ein weiterer, für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wesentlicher Betrieb war die Werkstatt des Universitätsmechanikers Erwin Moritz Reiniger, der ab 1876 optische und feinmechanische Geräte herstellte. Aus dem daraus entstandenen Unternehmen wurde schließlich der heutige Geschäftsbereich Medizintechnik der Siemens AG.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges war für die Erlanger Wirtschaft mit entscheidenden Konsequenzen verbunden. Das damals noch in Berlin ansässige Unternehmen Siemens suchte aufgrund der Nähe zur sowjetischen Besatzungszone einen neuen Standort, der schließlich im nahezu unzerstörten Erlangen gefunden wurde.1956 beschäftigten die damaligen Siemens-Schuckert-Werke über 6.000 Mitarbeiter, 1966 waren es bereits über 10.000. Allein im Zeitraum 1985 bis 1995 investierte der Konzern abermals eine Milliarde DM in den Standort Erlangen, was für die Wirtschaft der Stadt einen enormen Schub bedeutete.

Neben Siemens ist in Erlangen mit der Solar Millennium AG ein weiteres weltweit tätiges Unternehmen der Energiebranche tätig. Solar Millennium plant und errichtet Solarkraftwerke, die auf der Parabolrinnentechnologie basieren. Die Wirtschaft Erlangens profitiert hier vom Know-How eines in diesem Bereich weltweit führenden Unternehmens. Zudem hat die Publicis Groupe, ein multinationaler Werbedienstleister mit Sitz in Franreich seine deutschlandweit größte Niederlassung in Erlangen.

Die aktuellen Schwerpunkte der Wirtschaft der Universitätsstadt liegen besonders auf der Förderung von Fortschritt und Innovation sowie der Schaffung eines investitionsfreundlichen Umfeldes. Im Jahr 2003 wurde das Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) gegründet, welches insbesondere Existenzgründer und innovative Unternehmen aus Medizintechnik, Pharmaforschung sowie Bio- und Gentechnologie unterstützt. Die langjährigen Bemühungen der Stadt wurden im Jahr 2998 mit dem Titel „Wirtschaftsfreundlichste Gemeinde“ durch die bayerische Staatsregierung belohnt.

Erlangen hat insgesamt 22 Universitätskliniken, ein Klinikum am Europakanal, sowie das Waldkrankenhaus. Die Wirtschaft aus dem Bereich Medizintechnik kann sich damit auf die höchste Dichte an Krankenhäusern weltweit stützen. Inzwischen arbeitet jeder vierte Arbeitnehmer in Erlangen in diesem Bereich. Auch in Zukunft soll dieser Vorteil weiter ausgebaut werden – so hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, Bundeshauptstadt der medizinischen Forschung, Produktion und Dienstleistung zu werden.

(Redaktion)


 


 

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