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Finanzkrise

Wirtschaftsreferent Fleck: Zusätzliche Belastungen für öffentliche Hand

Dr. Roland Fleck, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, sieht nach der Finanzkrise weitere Belastungen auf die öffentlichen Haushalte zukommen. Noch kann nicht abgeschätzt werden, wie hoch diese sein werden und wie stark die prognostizierte Rezession letztendlich ausfalle.

Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck nutzte den "Aktionstag Handel 2008" der IHK Nürnberg für Mittelfranken (wir berichteten), um in seinem Grußwort auf die Auswirkungen der Finanzkrise einzugehen. Fleck skizzierte, das er in den Gesprächen mit Unternehmen und Unternehmern ganz unterschiedliche Eindrücke über das Ausmaß der Krise gewinne: "Bei den einen sind die Auftragsbücher noch prall gefüllt, bei anderen Unternehmen sieht es schlechter aus." Der Stadtrat betonte, dass aus seiner Sicht die Krise der Automobilindustrie nicht mit der Finanzkrise zusammenhänge, sondern die entscheidenden Fehler schon in den Jahren zuvor begannen worden sein.

Fleck forderte in seiner Rede zudem eine Neuordnung des internationalen Finanzwesens nach Beendigung der Krise. "Es müssen neue Regeln her", so die kurze Forderung des Wirtschaftsreferenten. Der Stadtrat, selbst ehemals bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG als Abteilungsleiter für Firmenkunden tätig, forderte von den Banken, endlich wieder ihre öffentliche Aufgabe wahrzunehmen und Liquidität bereitzustellen, beispielsweise für den Handel. Zudem empfahl er, dass sich die Banker wieder zu echten Bankiers wandeln müssten, die gesellschaftliche und persönliche Verantwortung für ihr Handeln übernähmen.  

Damit die öffentliche Hand der Krise begegnen könne, so Fleck, müsse gespart werden. Keinesfalls dürften aber die Bildungsinvestitionen sinken, den Deutschland sei "auf den geistigen Rohstoff eben angewiesen". Bei den Bildungsinvestitionen liegt Deutschland mit 5,3% des Bruttoinlandprodukts nur knapp unter dem OECD-Schnitt von 5,8%, aber immer noch würden zu wenige Schulabgänger eine akademische Laufbahn anstreben. Dabei sind die derzeitigen Meldungen positiv: Erst gestern vermeldete das Amt für Wirtschaft die niedrigsten Arbeitslosenzahlen für Nürnberg seit 16 Jahren (wir berichteten). "Eine Region mit Zukunftspotenzial", schloß Fleck seine Ausführungen vor der IHK.

(Redaktion)


 


 

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