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DIW-Studie

Zweitjobs: Domäne von Fachkräften und Akademikern

Die Zahl der Menschen mit einem Zweit-Job ist deutlich gestiegen. Insgesamt haben in Deutschland rund 1,4 Millionen Menschen neben ihrem Hauptberuf einen regulären zweiten Job - das sind rund 3,7 Prozent aller Erwerbstätigen. 2002 waren es noch knapp über 2 Prozent. Eine aktuelle Studie des DIW Berlin zeigt: Zweitjobber in Deutschland sind meistens gut qualifiziert, und im überdurchschnittlichem Maße finden sich unter ihnen Akademiker. Erwerbstätige ohne Berufsausbildung üben dagegen eher selten eine Nebentätigkeit aus.

Keine amerikanischen Verhältnisse

In den USA sind die "working poor" längst zum feststehenden Begriff geworden: Dazu gehören nicht zuletzt Arbeitnehmer, die zwei oder mehr Jobs haben müssen, um über die Runden zu kommen. "Dieses Phänomen gibt es in Deutschland zumindest bei legaler Beschäftigung kaum", erklärt DIW-Forscher Karl Brenke. "Mehrfachbeschäftigungen sind in Deutschland vor allem eine Sache von Fachkräften und somit der Mittelschicht. Jeder kennt ja den Vertreter, der in seiner Freizeit Versicherungen unter die Leute bringt, oder den Schauspieler, der sein Einkommen durch Kellnern oder Taxifahren aufbessert."

Ein erheblicher Anstieg - von der Krise allerdings gebremst

In fast allen europäischen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Personen mit geringem Ausbildungsniveau sind unter den Zweitjobbern unterrepräsentiert. Allerdings gibt es in den meisten EU-Ländern einen größeren Anteil von Erwerbstätigen mit einen Nebenjob als hierzulande, vor allem in Skandinavien, Polen, den Niederlanden und in Portugal. Trotz des massiven Anstiegs seit 2002 belegt Deutschland noch immer einen der Plätze im unteren Mittelfeld. Durch die Krise wurde der rasante Anstieg der Zweitjobs allerdings gebremst. Im ersten Vierteljahr 2009 war die Zahl der Zweitjobs um fünf Prozent niedriger als im entsprechenden Quartal des Vorjahres. "Offenbar sind gerade die Tätigkeiten in Zweitjobs in der Rezession weniger gefragt", sagt Karl Brenke.


 


 

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