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Umsatzeinbußen für Zeitungsverleger

2009: Schwierigstes Jahr in der Geschichte der Zeitungen

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Dietmar Wolff fasst am Donnerstag in Berlin den Rückgang der Anzeigen in deutschen Zeitungen zusammen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise kriege nun auch der deutsche Zeitungsmarkt zu spüren.

In den ersten fünf Monaten des Jahres ist das Anzeigenvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 12% gesunken. Besonders betroffen sind Anzeigen im Immobilien-, Auto und Markenartikelbereich. Hingegen sind sowohl Familienanzeigen (+1,2) als auch Anzeigen im Handelbereich (+7,6, u.a. Lebensmitteldiscounter) gestiegen.

Auch die Zeitungsauflagen sind im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 2,12% gesunken. Während die Auflagen der Wochenzeitungen um 1,53% stiegen, mussten überregionale Zeitungen, regionale Abonnementzeitungen, Sonntagszeitungen und Kaufzeitungen Rückgänge verzeichnen.

Bereits seit 2008 müssen Verlage Umsatzeinbußen im Anzeigen- und Beilagenbereich hinnehmen. Die Auflagenrückgänge werden durch Preisanpassungen kompensiert. Auch im Geschäftsjahr 2009 muss mit weiteren Umsatzausfällen gerechnet werden, so der Geschäftsführer Verlagswirtschaft des BDZV, Jörg Laskowski. Hingegen stiegen die Vertriebsumsätze jedoch um 2,6% auf 4,37 Milliarden Euro.

Der Zukunft sieht Wolff jedoch positiv entgegen. Durch die vermehrte Nutzung des Internets konnten sich die Verlage bereits seit 2001 auf die Veränderungen des Marktes einstellen. Ein weiterer positiver Aspekt sei die enge Bindung der Leserschaft an die Zeitung, vor allem im lokalen Bereich. Weiter lobt er das deutsche Vertriebssystem, das mit der Zeitungszustellung bis zur Haustür weltweit als Beispiel voran geht.

Direkte Staatshilfen lehnt der BDZV ab. Vielmehr fordert Wolff eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Verlage. So fordert er vom Staat eine Lockerung des Wettbewerbsrechts und Leistungsschutz: „Wir können nicht länger hinnehmen, dass unsere teuer produzierten Qualitätsinhalte von Dritten bedenkenlos kommerziell genutzt werden, ohne dass dafür auch nur ein Cent an die Verlage gezahlt wird“, so BDZV-Hauptgeschäftsführer Wolff. Er spielt dabei auf den „Content-Klau“ im Internet an. „Es geht um den Erhalt der Qualitätspresse in einer digitalisierten Welt“.

(Helen Breidenbach)


 


 

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