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249.000 ohne Job

Arbeitslosigkeit in Bayern im Dezember weiter gestiegen

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Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist zum Jahresende weiter gestiegen. Sie wuchs im Dezember im Vergleich zum Vormonat um fast 14.600 auf rund 249.000, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Punkte auf 3,6 Prozent.

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart, führte den Anstieg insbesondere auf saisonale Effekte zurück. Die deutliche Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um rund 19.100 sei "dagegen vornehmlich konjunkturell bedingt".

Im Dezember wurde nur noch in 35 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern eine Arbeitslosenquote von weniger als drei Prozent registriert. Dort herrscht nach den Bemessungskriterien der Arbeitsagentur Vollbeschäftigung. Als Region mit der niedrigsten Erwerbslosenquote im Freistaat wurde erneut der Landkreis Eichstätt mit einer Quote von 1,2 Prozent ermittelt. Die höchste Arbeitslosenquote wies die Stadt Nürnberg mit 7,6 Prozent auf.

Niederbayern büßt Spitzenposition ein

Bei den Regierungsbezirken verlor Niederbayern die Spitzenposition. Hier stieg die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat deutlich um 0,5 Punkte auf 3,5 Prozent. Es führen nun Oberbayern, Unterfranken und Schwaben mit einer Arbeitslosenquote von jeweils 3,4 Prozent. Schlusslicht ist Mittelfranken mit 4,6 Prozent.

Trotz der konjunkturellen Delle zeigte sich der bayerische Arbeitsmarkt im abgelaufenen Jahr robust, wie Holtzwart betonte. Die Arbeitslosenquote sank 2012 im Durchschnitt um 0,1 Punkte auf 3,7 Prozent. Der durchschnittliche Arbeitslosenbestand sei der niedrigste seit 20 Jahren gewesen. Zum Halbjahr seien gut 4.827.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Dies sei ein neuer Höchststand für Bayern seit 1974.

Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) erklärte, der Freistaat habe das Jahr 2012 mit erfreulichen Arbeitsmarktzahlen beendet und eine gute Ausgangsposition für 2013 geschaffen. Zwar hielten sich die Betriebe derzeit aufgrund der weltweiten Konjunktureintrübung mit Neueinstellungen zurück. Zur Jahresmitte rechne er aber wieder mit einem leichten Aufschwung, der den Arbeitsmarkt voranbringen werde.

DGB beklagt Niedriglohnbeschäftigung

Auch aus Sicht der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zeigt sich der bayerische Arbeitsmarkt weiter in einer guten Form. Konjunkturrisiken in vielen Regionen der Welt und Stagnation in Europa machten ihm aber 2013 zu schaffen, prognostizierte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Er erwartet einen weiteren, wenn auch langsamen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Dem DGB-Landesvorsitzenden Matthias Jena zufolge entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2012 nur bei oberflächlicher Betrachtung positiv. "Viele Arbeitsplätze wurden auch im vergangenen Jahr immer unsicherer und die Niedriglohnbeschäftigung nahm zu", sagte er und fügte hinzu: "Auch in Boombranchen werden Arbeitsplätze durch Leiharbeit, Werkverträge und Befristung prekärer."

(dapd-bay)



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Bild Nr. 1 © Matthias Balzer / pixelio.de / pixelio.de


 

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