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77 Meter hoch

Aus München gehen die größten Riesenräder in die ganze Welt

Mehr als 77 Meter hoch ragt das weiße Gestänge in den Münchner Himmel. Nachts ist der beleuchtete und hell blinkende Stahlkoloss schon aus weiter Entfernung zu sehen. Vier Wochen hat es gedauert, bis auf dem Gelände der Firma Maurer Söhne im Norden der Stadt das größte transportable Riesenrad der Welt aufgebaut war.

Es ist 1.500 Tonnen schwer und in seinen 54 Gondeln finden 432 Menschen Platz. Die vielen Münchner, die in den vergangenen Wochen gerätselt haben, was es mit der neuen Attraktion auf sich hat, müssen auf eine Fahrt allerdings verzichten.

Denn für das nächste Oktoberfest ist das Riesenrad nicht gedacht. Der Prototyp soll demnächst wieder abgebaut und nach Mexiko verschifft werden. "Wir haben die Nummer zwei und drei schon in Produktion", sagt Jeroen Nijpels, Manager bei der Tochterfirma Maurer German Wheels GmbH. Sie werden wahrscheinlich nach Asien und Australien geliefert.

VIP-Gondeln mit Champagnerkühler und Flachbildfernseher

Drei bis vier der Riesenräder will das Unternehmen künftig im Jahr bauen. Das Interesse in Europa sei noch verhalten, im Nahen Osten wegen der dort herrschenden Hitze dafür umso größer. Denn die Gondeln sind klimatisiert. Und das ist nicht die einzige Annehmlichkeit, die sie zu bieten haben: "Es gibt auch Sitzbänke mit einem Tisch dazwischen, damit man ein Abend- oder Mittagessen organisieren kann", erklärt Nijpels.

Zudem hat das Riesenrad vier besonders luxuriöse Kabinen zu bieten. Die vier silbernen VIP-Gondeln sind mit Ledersitzen, einem Glasboden sowie Champagnerkühlern ausgestattet. Auch ein Flachbildfernseher ist installiert, über den Passagiere beispielsweise nähere Informationen zur Umgebung bekommen. Zugeliefert werden die Luxus-Kabinen von einem Schweizer Hersteller für Skilifte. Für eine Runde im Riesenrad sind die Fahrgäste je nach eingestellter Geschwindigkeit 15 bis 30 Minuten in den Gondeln unterwegs.

Wer das Fahrgeschäft erstehen will, muss tief in die Tasche greifen: Der Preis variiere zwar je nach Ausstattung, aber in jedem Fall müsse mit einem zweistelligen Millionenbetrag gerechnet werden, sagt Nijpels. In der teuersten Variante koste es etwas mehr als 20 Millionen Euro.

750 Tonnen schwerer Unterbau sorgt für Stabilität

Zwar ist das weltweit größte Riesenrad, der "Singapore Flyer", mit mehr als 160 Metern gut doppelt so groß wie das Rad am Frankfurter Ring, aber nicht transportabel. Im Gegensatz dazu ist das Riesenrad aus München mit seinem 750 Tonnen schweren Unterbau, der die Hälfte des Gesamtgewichts ausmacht, aber auch ohne ein Betonfundament in der Erde vor dem Umfallen geschützt und kann damit an verschiedenen Orten aufgebaut werden.

Doch trotz seiner Mobilität ist es aber eher darauf ausgelegt, über mehrere Jahre an einem Standort zu bleiben. So wird es wohl auch künftig nicht zu einer neuen Attraktion auf der Wiesn werden: "Das ist eher unwahrscheinlich. Es ist schon eine andere Größenordnung als bei einem Riesenrad auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten, auch von der Investition her", sagt Nijpels. Aufwand und Kosten für den Aufbau würden sich nicht in dem Maße lohnen, als "dass man das nur für zwei, drei Wochen Oktoberfest machen würde".

Nachdem der TÜV die Sicherheit des Riesenrads kontrolliert hat, wird es ab nächster Woche wieder abgebaut. Für alle, die es bisher nur von unten bewundern konnten und gerne eine Runde drehen würden, hat Nijpels einen Tipp: "Ab Anfang Mai kann man sich ein Ticket nach Mexiko kaufen und es dort ausprobieren."

(Redaktion)


 


 

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