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  • 20.07.2009, 09:48 Uhr
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  • Ehrwald/Garmisch-Partenkirchen
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9. Zugspitzlauf

9. Zugspitz - Berglauf endet nicht auf dem Gipfel - Ziel wurde wegen Schneefall verlegt!

Der Veranstalter zog Lehre aus dem Tod zweier Läufer im Vorjahr! Beim 9. Zugspitz-Berglauf erreichte dieses Jahr keiner der Läufer das Ziel - jedenfalls nicht das Ziel, für das sie alle gekommen waren. Eine Stunde vor dem Start musste Veranstalter Peter Krinninger per Funk bekanntgeben, dass 70 Zentimeter Neuschnee eine Zielankunft auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg unmöglich machten.

Bei ähnlichen Bedingungen waren im vergangenen Jahr zwei Läufer erfroren, neun Sportler kamen ins Krankenhaus. Dieses Mal wollte Krinninger kein Risiko eingehen und verlegte die Ankunft auf die 1714 Meter hoch gelegene Grubigalm - von der die Läufer einen guten Blick auf die wolkenverhangene Zugspitze hatten.

Der Tod der zwei Läufer Uwe Moldenhauer und Hans Pöschl lag wie ein Schatten über der ganzen Veranstaltung. Vor dem Start am Martinsplatz in Ehrwald legten die Teilnehmer eine Schweigeminute für sie ein. Der Vorfall hatte für Krinninger inzwischen auch juristische Folgen: Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm vor, dass er trotz starkem Schneeregen und Neuschnee den Lauf nicht abgebrochen hatte. Das Amtsgericht Garmisch erließ am 13. Juli Strafbefehl gegen Krinninger wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in neun Fällen. Er soll 13 500 Euro zahlen. Krinninger hat Einspruch eingelegt, er sieht die Verantwortung bei den Läufern.

Die meisten Teilnehmer sahen das genauso und zeigten sich mit Krinninger solidarisch. Nur wenige Sportler reagierten so enttäuscht wie ein Stuttgarter, der lieber anonym bleiben wollte. "Wegen 700 Höhenmetern bin ich nicht gekommen, die habe ich auch zu Hause", beschwerte er sich, und gab seine Startnummer zurück. Er wollte auf jeden Fall zum Gipfel, zur Not auch allein.

Berglauf-Spezialist Edwin Roth konnte darüber nur den Kopf schütteln. So etwas ist ganz einfach unverantwortlich. Der 55-Jährige aus Köln wollte eigentlich mit seiner Frau Urlaub machen, bevor es für ihn in einer Woche bei einem Ultramarathon in Davos ernst wird. Kurzfristig meldete er sich dann aber als Helfer bei Krinninger. Seine Aufgabe: als Schlussläufer das Feld ins Ziel begleiten. Ich bin sozusagen der Besenläufer, sagte Roth lachend, und zeigte auf den aus seinem Rucksack ragenden Besen.

Auch wenn der Zugspitz-Lauf am Ende nicht über die Grenze nach Deutschland führte, so standen wenigstens zwei Deutsche auf dem Siegertreppchen. Madeleine Stolz aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz siegte mit einer Zeit von einer Stunde und zwölf Minuten. Ich bin vor allem froh, dass der Lauf überhaupt stattgefunden hat, sagte sie im Ziel. Bei den Männern gewann Uli Dammenmüller aus dem baden-württembergischen Spraitbach. Er brauchte nur knapp 56 Minuten für die knapp 14 Kilometer. Damit habe ich gar nicht gerechnet, ich bin nämlich kein Bergläufer, sagte der 36-Jährige stolz.

Weniger als 20 Minuten hinter Dammenmüller kam Berglauf-Legende Helmut Reitmeir ins Ziel. Auch er begrüßte die Entscheidung Krinningers, obwohl der Lauf für den 64-Jährigen kaum mehr als eine verschärfte Aufwärmung war. Er hatte sich bereits im Vorfeld skeptisch über eine Zielankunft auf dem Gipfel geäußert, die Prognosen sahen schlecht aus. Nach dem Lauf 2008 hatte er scharfe Kritik an allen Beteiligten geübt. Die Läufer waren dieses Mal besser vorbereitet, sie haben dazugelernt. Dass es 2009 keinen Zugspitz-König gab, kann Reitmeir durchaus verschmerzen. So gab es
halt einen Sieger des ersten Grubigalmer Hügellaufs.

(Redaktion)


 


 

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