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Affiliate-Marketing

„Markenartikler müssen da sein wo ihre Zielgruppe sich bewegt“

affilinet ist Deutschlands führendes Netzwerk und hat 1997 das Affiliate-Marketing von München aus in Deutschland bekannt gemacht. Wir sprachen mit Sabine Haase, Marketing Leiterin bei affilinet, über die Trends der Branche und die Wichtigkeit von Social Media.

business-on.de: Welche sind die Trends im Afiliate Marketing und wo liegen die größten Wachstumspotentiale?

Sabine Haase: Ganz heiß diskutiert unsere Branche momentan das Thema der „Customer Journey“ (= Kundenreise). Dabei geht es um die Frage, welche Kontaktpunkte, sogenannte „Touch points“, einer Online-Transaktion vorangehen, bzw. wie diese kanalübergreifend optimiert und vergütet werden. Bisher bezahlten und bewerteten werbetreibende Unternehmen meist nur den letzten Klick. Um jedoch alle Publisher fair zu vergüten, die zum Beispiel an einem Kaufabschluss eines Users beteiligt waren, müssen neue Provisionsmodelle entwickelt werden. Dafür setzen wir uns zurzeit sehr aktiv ein.
Stark im Kommen und sehr erfolgreich sind aktuell performancebasierte (leistungsbasierte) Mediakampagnen, die sich mittlerweile als neues Publisher-Businessmodell im Affiliate-Marketing etablieren. Der Vorteil: So können Werbetreibende nun auch Display-Kampagnen über Affiliate-Netzwerke abwickeln. Über eine spezielle Tracking-Technologie können sie reichweitenstarke und brandingrelevante Werbung schalten, die aber auf Performance-Basis pro „Sale“ oder „Lead“ vergütet wird. Die Unternehmen müssen dadurch keine Streuverluste zahlen, wie im klassischen TKP (tausender-Kontaktpreis) -basierten Geschäft üblich. Darüber hinaus können sie so über Affiliate-Marketing den kompletten Online-Marketing-Mix aus einer Hand erhalten. Hier liegt sicherlich eines der größten Wachstumspotenziale.

business-on.de: Wie unterscheidet sich die Branche länderspezifisch innerhalb Europas sowie international und wo sehen Sie Deutschland?

Sabine Haase: Unser Markt ist zusammen mit Großbritannien sicherlich der innovativste und fortschrittlichste im Affiliate-Marketing. In vielen Belangen wie zum Beispiel kreativen Applikationen von Drittentwicklern liegen wir auch vor den USA. Frankreich, Spanien und die Niederlande sind für uns neben UK die wichtigsten europäischen Märkte, hier betreiben wir eigene Niederlassungen. Das ist auch wichtig, da jedes Land seine ganz eigenen Gesetze und Anforderungen im Affiliate-Marketing hat.

business-on.de: Was sind die Vorteile von Affiliate Marketing für werbetreibende Unternehmen?

Sabine Haase: Affiliate-Marketing bietet werbetreibenden Unternehmen nicht nur die gezielte Platzierung von Online-Werbemitteln im passenden Umfeld, sondern vor allem die Möglichkeit des direkten Online-Vertriebs über die zielgruppenaffinen Webseiten ihrer Partner. Da die Betreiber dieser Webseiten – die sogenannten Publisher – bereits über einen themenspezifischen Kundenstamm im Netz verfügen, nutzen die Anbieter mit Hilfe des Affiliate-Marketings deren Webseiten als Vertriebskanäle. Auf diese Weise können sich werbetreibende Unternehmen schnell und einfach ein virtuelles Vertriebsnetzwerk aufbauen, in dem ihre Produkte zielgruppengerecht präsentiert werden. Für die Unternehmen stellen die Publisher-Seiten damit eine interessante und Erfolg versprechende Werbefläche dar, um ihre Angebote zielgerichtet einem breiten Publikum vorzustellen. Dabei wird nicht ein Euro fehl investiert. Da Affiliate-Marketing nach dem „Perfomance-Prinzip“ funktioniert, zahlt das werbetreibende Unternehmen nur dann für die Werbung, wenn es definitiv einen Erfolg wie beispielsweise einen Klick, Lead (zum Beispiel eine Adressengenerierung) oder Sale (Verkauf) verbuchen kann.

business-on.de: Was können Sie über die Integration von Affiliate Marketing in Social Media sagen?

Sabine Haase: Soziale Netzwerke und Kommunikationskanäle wie Twitter sind äußerst interessant für unsere Publisher. Gerade wenn es darum geht, persönliche Kaufempfehlungen weiterzugeben, bietet Social Media enorme Potenziale. Allein aufgrund der Reichweite kommt man als Publisher bald nicht mehr an Facebook oder studiVZ vorbei. Kreative Schnittstellen zwischen Affiliate-Marketing und Social Media entstehen momentan durch die bereits angesprochenen Applikationen von Drittanbietern. Hier werden Tools entwickelt, die Publisher bei Ihrer Arbeit unter anderem auch im Bereich Social Media maßgeblich unterstützen.

business-on.de: Wie sehr entscheidet das Social Web generell über den Erfolg einer Marke?

Sabine Haase: Markenartikler müssen da sein, wo ihre Zielgruppe sich bewegt. Für sehr viele Unternehmen sind soziale Netzwerke daher ein extrem wichtiger Ort, um Konsumenten zuzuhören und mehr über ihre Wünsche und Ansprüche an ein Produkt oder eine Marke zu erfahren. Sich als Marke dann im richtigen Moment ins Spiel zu bringen und seiner Zielgruppe darüber hinaus auch noch einen echten Mehrwert zu bieten, darum geht es letztlich. Die Interaktion mit den Konsumenten ist der Schlüssel zum Erfolg. Geht man es falsch an, kann das fatale Folgen haben und sich rasch herumsprechen.

business-on.de: Wie betreiben kleine und mittelständische Unternehmen Affiliate Marketing?

Sabine Haase: Durch den wachsenden Kostendruck der letzten Jahre gehen auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen dazu über, immer größere Online-Marketing-Budgets in Affiliate-Marketing und spezialisierte Publishersegmente zu investieren. Werbetreibende wollen schließlich wissen, wie erfolgreich ihre Werbung wirklich ist. Über Affiliate-Marketing können werbetreibende Unternehmen mit Publishern zusammenarbeiten, die wiederum in jeder Online-Marketing-Disziplin Experten sind. Gerade für kleine Unternehmen, die ihren Produktabsatz online ankurbeln wollen, ist Affiliate-Marketing ein sehr effizienter Marketing-Kanal.

business-on.de: Stichwort Überangebot bei Affiliates: Wie kann eine Marke beim herrschenden Angebot noch gezielt gebildet und positioniert werden, um die überlebenswichtige Kundenbindung herzustellen?

Sabine Haase: Gerade für große Marken ist es entscheidend, mit den richtigen Publishern und Publisher-Geschäftsmodellen zusammenzuarbeiten, die das passende Umfeld bieten. Grundsätzlich ist das Affiliate-Marketing vertriebsorientiert, d.h. hier steht, im Gegensatz zur klassischen Imagewerbung über TV, Print oder Displaywerbung, der Abverkauf im Vordergrund. Große Marken nutzen grundsätzlich TKP-basierte und performancebasierte Kanäle, um Markenaufbau einerseits und Vertrieb andererseits zu unterstützen. Da sich inzwischen auch Displaykampagnen über Affiliate-Marketing buchen lassen, setzen Unternehmen, die online Transaktionen mit ihren Kunden abbilden können, zunehmend auf die Mischung beider Modelle, z.T. sogar komplett auf die performancebasierte Aussteuerung des Mediageschäfts. Sie kombinieren damit den Markenaufbau einerseits und die abverkaufsorientierte Werbung andererseits in einem für sie optimalen Mix.

business-on.de: Was steht Ihrer Meinung nach beim Kunden langfristig mehr im Fokus: Marke oder Preis?

Sabine Haase: Das ist so nicht zu beantworten, denn das hängt immer von der Art des Produkts ab. Das Internet bietet allerdings tolle Möglichkeiten, sich intensiv über Qualität und Preise zu informieren. Bewertungs- und Empfehlungsportale aber auch Preisvergleichsportale spielen hier eine wichtige Rolle. Beim Online-Shopping ist es sicher oft eine Mischung aus beidem: Die Suche nach der Lieblingsmarke zum besten Preis.

business-on.de: Wie sehen Sie die zukünftigen Möglichkeiten einer Konvergenz von Online und Offline?

Sabine Haase: Im Online-Marketing geht es nicht mehr nur um die Transaktion im Online-Shop. Nehmen Sie zum Beispiel einen großen Autohersteller, der mittels Affiliate-Marketing zur Leadgenerierung Probefahrten mit seinem neuesten Modell anbietet. Nachdem der Interessent seine Adressdaten eingegeben hat, wird er an das nächstgelegene Autohaus in seinem Ort verwiesen, das ihn zu einer Probefahrt einlädt. Ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel von Online und Offline.

Definition: Performance Marketing

Die Fachgruppe Performance-Marketing im BVDW hat den Begriff wie folgt definiert: Performance-Marketing in den digitalen Medien ist ein Bestandteil des Mediamix und dient sowohl der Kundengewinnung als auch der Kundenbindung. Der Einsatz der verschiedenen Werbemedien verfolgt das Ziel, messbare Reaktionen und/oder Transaktionen mit dem Nutzer zu erzielen. Die Ansprache des Kunden beziehungsweise Interessenten erfolgt sehr gezielt, nach Möglichkeit individuell, um die größtmögliche Interaktion mit den Nutzern zu erreichen. Performance-Marketing versteht sich als integrierter Ansatz. Die Bestandteile sollen vernetzt zum Einsatz kommen, um so auf Handlungsweisen des Kunden beziehungsweise potenzieller Interessenten einwirken zu können.

(Nurcan Özdemir)


 


 

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