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Akademiker

Job ist wichtiger als Lohnniveau

Bei der Suche nach Arbeit wandern die Deutschen von Region zu Region. Ausschlaggebend: Gute Beschäftigungschancen – und nicht die Höhe des Lohns. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Die stärkste Wanderung: von Ost nach West.

"Um qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen oder einen weiteren Braindrain zu vermeiden, sollten ostdeutsche Regionen zunächst danach trachten, die dortigen Beschäftigungs- chancen zu erhöhen und nicht so sehr versuchen, schnell das westdeutsche Lohnniveau zu erreichen", sagt Florian Lehmer, Forscher am IAB.

Akademiker nehmen auch niedrige Löhne in Kauf

Anhand ihrer Daten konnten die Fachleute auch erkennen, dass geringer qualifizierte Arbeitskräfte Regionen meiden, wo die Beschäftigungschancen niedrig sind. "Hochqualifizierte lassen sich nicht davon abschrecken, wenn in einer Region auch das Risiko von geringen Löhnen vorhanden ist", erklärt Lehmer. Akademiker schätzen ihre Chancen unabhängig von den Durch- schnittslöhnen in der Region als gut ein.

Mit ihrer Studie widerlegen die Autoren die These, dass gut ausgebildete Personen dort ihren Arbeitsplatz wählen, wo ihre Fähigkeiten am besten entlohnt werden. Akademiker wandern eher in Regionen, in denen die Löhne sehr ungleich verteilt sind. Geringqualifizierte wiederum meiden solche Regionen, weil diese für sie ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko bedeuten. Ein typisches Beispiel für eine solche Region ist Berlin.

Bessere Jobchancen im Westen

Insgesamt sind die durchschnittlichen Löhne als auch die durchschnittlichen Beschäftigungschancen im Westen Deutschlands deutlich höher als im Osten. Im Westen allerdings können die Autoren ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ausmachen. In Südwestdeutschland ist die Beschäftigungssituation entspannter. Zudem gibt es im Westen eine höhere Ungleichheit der Lohnverteilung: Das bedeutet, dass dort die Chancen auf höhere Löhne für Hochqualifizierte eher gegeben sind als im Osten - mit Ausnahme von Berlin.

Bei den Beschäftigungschancen ist die ungleiche Verteilung in Ostdeutsch- land ausgeprägter. Die Erwerbsbevölkerung dort hat also nicht nur ein durchschnittlich höheres Arbeitslosigkeitsrisiko, das Risiko ist auch ungleicher verteilt als bei Personen im Westen Deutschlands. Dennoch lassen sich schwache Tendenzen dahingehend erkennen, dass Menschen, die aus dem Osten des Landes abgewandert sind, nach Ostdeutschland zurückkehren - was eine große Chance für die Region sein kann.

(Redaktion)


 


 

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