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Erster Allgäuer Skitouren-Lehrpfad

An sonnigen Wintertagen sind weit mehr als 1.000 Skibergsteiger auf dem ersten Allgäuer Skitouren-Lehrpfad unterwegs.

Abseits der Piste führt sie der Weg von Schwangau hinauf zur 1.730 Meter hoch gelegenen Bergstation der Tegelbergbahn. Der Pfad, den es seit diesem Winter gibt, erfüllt zwei Aufgaben: Er vermittelt Wissen und trennt normale Skifahrer und Tourengeher, die in anderen Skigebieten häufig den Pistenrand benutzen, was immer wieder zu Streit über die Sicherheit führt.

Auch am Tegelberg gab es noch im Vorjahr "ständig Händel" zwischen den beiden Gruppen, wie Bergbahnchef Franz Bucher erzählt. Die Lösung ist der vom Ostallgäuer Bergführer Thomas Hafenmair eingerichtete Lehrpfad. Die Tourengeher laufen auf einer beschilderten Route, die zum Teil Wanderwege am Tegelberg nutzt oder an Waldrändern vorbeiführt. Nur an einem kleinen Steilstück mit gesonderter Markierung nutzt sie den Pistenrand.

Unterwegs erfahren die Lehrpfadbenutzer an elf Tafeln Wissenswertes über das Skibergsteigen. Das beginnt an der Talstation: Dort werden die Tourengeher aufgefordert, ihr Verschüttetensuchgerät und die übrige Ausrüstung zu überprüfen. Außerdem hängt der aktuelle Lawinenlagebericht aus. Unterwegs gibt es Hinweise auf Aspekte des Naturschutzes oder Tipps zur Gehtechnik mit Tourenski und zum Anlegen einer Skispur im Tiefschnee mit Spitzkehren. Oben an der Bergstation gibt es sogar ein Übungsfeld für die Nutzung der Verschüttetensuchgeräte mit einem fest installierten Sender.

Man kann den Trend nicht aufhalten

Eineinhalb Monate nach der Eröffnung zieht Bergbahnchef Bucher zufrieden eine erste Bilanz: "95 Prozent halten sich an die Markierungen", freut er sich. "Man kann den Trend nicht aufhalten. Aber man kann die Tourengeher als Verbündete gewinnen."

Wie notwendig eine Trennung von Abfahrern und Bergaufgehern ist, zeigt eine Messung von Bergführer Hafenmair. An einer Engstelle der Abfahrtspiste hatte er mit einer Lichtschranke an einem Spitzentag fast 2.500 Tourengeher gezählt. "Das Aufsteigen in Skigebieten ist längst keine Randerscheinung mehr", sagt er. Bergläufer und Mountainbiker, die den Winter über ihre Fitness erhalten wollten, seien typische Vertreter des Trends. "Es gibt aber auch schon Hausfrauengruppen, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen und dann die Tourenski anschnallen." Selbst nach Feierabend liefen teilweise Berufstätige mit Stirnlampen auf den Pisten und seien den Raupenfahrern beim abendlichen Präparieren aus Sicherheitsgründen ein Dorn im Auge.

Lehrpfad statt Verbot

In manchen bayerischen Skigebieten wird deswegen bereits über ein Betretungsverbot für Skitourengeher gestritten. Am Tegelberg hat man das Problem mit dem Lehrpfad gelöst. Der hat noch ein weiteres Gutes: Viele der Pistenaufsteiger seien ungeübt in der Gehtechnik und hätten zum Teil kaum Vorkenntnisse über alpine Gefahren, sagt Hafenmair. Ein Lehrpfad kommt da natürlich gerade recht.

Bis zum nächsten Winter sollen die einzelnen Stationen interaktiv ausgebaut und mit pädagogischen Inhalten gestaltet werden. "Das wird dann einzigartig sein im bayerischen Alpenraum", sagt Hafenmair. Auch Bergbahnchef Bucher ist zufrieden: "Die Tourengeher kaufen zwar keine Liftkarten, aber sie zahlen Parkgebühren." Und manche kämen auch mit Freunden oder Familienangehörigen, die als Skifahrer die Bahn benutzten.

(dapd-bay/ Klaus Schlösser)


 


 

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