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Alpine Museum in München zeigt Geschichte der Alpenvereine in der NS-Zeit

Auf langen Listen stehen die Namen von jungen Bergsteigern, die in den 20er Jahren tödlich verunglückt sind. Auf Gemälden werden düstere Berglandschaften präsentiert und ein Kletterer, der nur von einem Skelett gesichert wird. Das Alpine Museum in München widmet sich ab Donnerstag der Geschichte der Alpenvereine vor und in der Zeit des Nationalsozialismus, in der die Todessehnsucht und der Heldenmythos der Bergsteiger eine zentrale Rolle spielten.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojektes der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol. In der Schau solle geklärt werden, warum die Vereine so eng mit dem Nationalsozialismus verknüpft waren, sagte Museumsdirektorin Friederike Kaiser am Dienstag. Es bestehe eine enge Verbindung zwischen der national-sozialistischen Ideologie und der Mentalität der Bergsteiger.

Viele von ihnen seien in den 20er und 30er Jahren in die Berge gefahren, um der Perspektivlosigkeit zu entkommen, die Inflation und Weltwirtschaftskrise mit sich gebracht hätten, sagte Kaiser. Die Bergsteiger hätten damals zudem stark der Opfer des Ersten Weltkrieges gedacht und sich für die Wiederherstellung alter Zustände eingesetzt.

Bergsteiger werden zu Helden

Durch ihre sportlichen Leistungen wie etwa die Besteigung der Eiger-Nordwand und Filme wie "Die weiße Hölle vom Piz Palü" erhielten die Bergsteiger eine enorme Aufmerksamkeit und wurden zu Helden erklärt. "Das war ihre Möglichkeit, aus der Perspektivlosigkeit herauszukommen", sagte Kaiser. Mehr und mehr Menschen hätten sich auf den Weg in die Berge gemacht. In den 20er Jahren habe sich die Mitgliederzahl in den Alpenvereinen daher verdreifacht.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Ausgrenzung jüdischer Bergsteiger. "Deutsch-nationale Tendenzen gab es schon lange im Alpenverein." In einzelnen Sektionen seien schon sehr früh Arierparagraphen eingeführt worden, durch die jüdische Mitglieder, aber auch Ausländer und Linke ausgeschlossen wurden. So sind in der Ausstellung zahlreiche Dokumente, Fotos und Exponate zu finden, die eine enge Verbindung zu national-sozialistischen Ideologien beweisen wie etwa das Symbol der Alpenvereine: ein Edelweiß mit Hakenkreuz.

(Christoph Boll dapd-nrw)


 


 

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